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Shoppen Frauen tatsächlich anders als Männer?

Zahlreiche Studien belegen es – das Shopping Verhalten von Frauen und Männern unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht. Stationäre Händler haben die Besonderheiten des Female Commerce erkannt und ihre Strategien dahingehend ausgerichtet. Im E-Commerce Bereich schlummert hier jedoch noch großes Potential…

Zum Thema Shopping-Verhalten gibt es bekanntlich zahlreiche Studien. In diesem Beitrag möchten wir uns insbesondere mit der Frage auseinandersetzen, ob sich das Kaufverhalten von Frauen und Männern tatsächlich unterscheidet. Die klare Antwort: JA, es gibt Unterschiede! Unser Beitrag beschäftigt sich im Folgenden mit dem Thema des Female Commerce und zeigt auf, inwiefern insbesondere Online Händler ihre Verkaufsstrategie dahingehend ausrichten können.

Männer kaufen – Frauen Shoppen

Der Kauf bei Männern muss vor allem eines sein: schnell und effizient. Sie wissen genau was sie brauchen und suchen gezielt danach. Möchte ein Mann beispielsweise eine rote Jacke kaufen, so geht er in ein Geschäft und kauft eine rote Jacke. Punkt. Das bei Frauen so beliebte Herumschauen, ob es hier dann vielleicht nicht noch eine passende Hose oder Tasche dazu gibt, kommt so gut wie nicht vor. Und hier ist er schon – der große Unterschied: Frauen lieben ausgiebige Shopping-Bummel, das Flanieren durch die Geschäfte und das „Einfach mal schauen was es so gibt“.

Das unterschiedliche Shopping-Verhalten erklärt unter anderem auch, warum sich Männer im stationären Handel besser aufgehoben fühlen. Das Online Angebot ist auf Grund der Vielfältigkeit kaum überschaubar. Für jemanden, der ganz klar weiß, was er kaufen möchte, ist es daher einfacher den Kauf direkt in einem lokalen Geschäft zu tätigen. Alternativ stellt sich Männern hier mittlerweile auch die Form des betreuten Einkaufs als Möglichkeit dar. Es ist bequem, geht schnell und ist effizient.

Mann in stationären Geschäft begutachtet Hemd - Unterschied zu Female Commerce

Frauen hingegen sehen Shopping als Form des Freizeitvergnügens an. Wir wollen hier jedoch gleich vorweg mit einem Mythos aufräumen: Entgegen der Annahme, dass Frauen gerne mit Freundinnen einkaufen gehen, ist es tatsächlich so, dass Frauen beim Shoppen gerne alleine unterwegs sind.

Female Commerce

Der stationäre Handel bzw. die Offline Welt weiß schon seit längerer Zeit um das differenzierte Einkaufsverhalten beider Geschlechter Bescheid und hat bereits dementsprechende Maßnahmen gesetzt. Um den Besonderheiten des weiblichen Kaufverhaltens auch im E-Commerce Beachtung zu schenken, hat sich inzwischen der Begriff Female Commerce etabliert. Eine klare und eindeutige Definition fehlt allerdings bis heute.

Dennoch kann man sich mit folgendem Definitionsversuch herantasten: Female Commerce umfasst sowohl Verkaufs- als auch Einkaufsvorgänge im Internet, die auf die weibliche Zielgruppe fokussiert sind, und die damit verbundenen, vor allem digitalen Marketingstrategien.

Female Commerce: Frau sitzt mit Kreditkarte in der Hand vor Computer und shoppt

Weibliches Kaufverhalten und wie es im Online Handel berücksichtigt werden kann

Online-Angebote, die die Verhaltensweisen von Frauen beim Einkaufen im Internet berücksichtigen, stellen momentan noch eher eine Ausnahme dar. In diesem Bereich besteht also noch großes Optimierungspotential, das sich durch zufriedenere Kundinnen bezahlt machen wird.

Einige Beispiele, wie sich Frauen in ihrem Kaufverhalten von Männern unterscheiden bzw. welche Faktoren ihnen wichtig sind:

  • Die Customer Journey von Frauen ist weniger geradlinig bzw. zielgerichtet als die von Männern. Frauen lassen sich mehr Zeit beim Einkaufen, gerne inspirieren und haben oft eine weniger klar definierte Vorstellung des Wunsch-Produkts. Deshalb ist es wichtig, Frauen das „Stöbern“ zu ermöglichen, etwa durch viele und möglichst detailgetreue Bilder, lange Produktlisten (Endless-Scrolling), reibungslosen Ablauf zwischen Merkzetteln, Warenkorb und Sortiment oder detailreiche Filtermöglichkeiten. Ebenso bietet sich der Einsatz von Up- und Cross-Selling-Möglichkeiten an.
  • Frauen legen großen Wert auf Nutzer- bzw. Kundenerfahrungen und -bewertungen und holen sich diese nicht nur im jeweiligen Online-Shop, sondern auch aus anderen Quellen, bevorzugt Social Media Plattformen wie Facebook oder Instagram. Um einen Online-Shop für die weibliche Zielgruppe zu optimieren, sollte man daher Inhalte wie Rezensionen, Erfahrungsberichte etc. anbieten und auch die relevanten Bereiche außerhalb des Shops einbinden.
  • Frauen lieben Schnäppchen, Sonderrabatte und Gutscheine. Gerade Gutscheine kurbeln den Spontankauf besonders an. Diese Tatsache kann vielfältig genutzt werden, z.B. durch eine Gutscheinanzeige nach einer bestimmten Zeit, um Frauen, die bereits länger in einem Shop gestöbert haben, sich aber noch nicht zu einem Kauf entschließen konnten, vom Kauf zu überzeugen.
  • Frauen bezahlen anders als Männer, nämlich am liebsten über Rechnung und Kreditkarte. Deshalb sollten diese Zahlungsmöglichkeiten auf jeden Fall zur Verfügung stehen.
  • Frauen haben insgesamt höhere Ansprüche an Online Shops als Männer. Bereiche der Produktpräsentation, der Navigation sowie der Such- und Filterfunktionen, der Informationsverfügbarkeit zu Zahlung und Versand sind hier genauso zu nennen wie sonstige vertrauensbildende Signale wie umfangreichen Kundenservices, Einsatz von Gütesiegeln oder Qualitätsmerkmalen im Checkout. Investiert man in alle diese Bereiche, hat man mit einer einmal gewonnenen Kundin eine treue Wiederkehrerin, die auch gerne den Shop weiterempfiehlt – denn Frauen sind insgesamt ihren Lieblingsshops gegenüber „loyaler“ als Männer.

FAZIT

Das Shopping-Verhalten von Frauen und Männer ist definitiv unterschiedlich. Es schlummert hier – gerade im Bereich Female Commerce – noch viel Potential!