eCommerce Status Quo - und weiter? - A-COMMERCE

eCommerce Status Quo – und weiter?

Stephan Grad Autorenphoto

In den letzten Wochen waren wir sehr viel unterwegs – auf Veranstaltungen wie der Internet World, bei unseren Kunden und haben auch sehr viele StartUps in der eCommerce Branche getroffen – denn Netzwerken ist für uns essentiell und die Grundlage für unseren Erfolg.

Was wir jedoch gesehen haben, war zum Teil ernüchternd: Es fehlen in unserer eCommerce Branche die wirklichen Innovationen! Viele Themen werden unter dem Schlagwort „Digitalisierung“, „Wirtschaft 4.0“ oder ähnliche neu und schön verpackt, aber gänzlich bahnbrechende Neuheiten waren auch dieses Mal nicht aufzufinden.

Jetzt wäre dies‘ gar nicht schlimm, wenn man sich in der D-A-CH Region zumindest um offene Punkte kümmern würde, die viele Händler, aber auch ganz speziell viele Dienstleister in den kommmenden Jahren treffen wird – wovon aber noch wenig am Markt bekannt ist.

Welche Neuheiten stehen im eCommerce an?

1) 2-Wege Identifizierung im Payment Prozess

PIN und TAN zum Zahlen ermöglichenDie EU plant derzeit eine Neuheit, die 2017 beschlossen werden soll: eine verpflichtende 2-Wege Identifizierung von Kunden beim Kauf-Abschluss in einem Online Shop. Ziel mit dieser Aktion ist es, mehr Sicherheit für den Händler darstellen und somit das Thema Fraud & Risk zu entschärfen.

2-Wege Identifizierung ermöglicht Zahlung

Was ist eine 2-Wege-Identifizierung und wie funktionierts:

Es ist im Prinzip ein Pin/TAN Verfahren, wie ihr es wahrscheinlich von eurem Online Banking Konto bereits kennt – eine Transaktion wird ausgelöst und via App oder SMS freigegeben. Diese Vorgehensweise ist schon bekannt auch beim Konsumenten, jedoch sind derartige technologische Lösungen derzeit ausschliesslich für Grosskunden & Banken angedacht, es gibt kaum noch Out-of-the-Box Lösungen für kleinere & mittlere Online Shops, die auch finanziell tragbar sind.

Weiters wird dies ein klarer Conversion Rate Killer werden – wir wissen ja dass jeder zusätzliche Schritt im Checkout die Conversion Rate spürbar verringert – und noch mehr, wenn ein zweites Device im Spiel ist!

Die 2-Wege Identifizierung ist noch nicht beschlossen, aber es ist jetzt an der Zeit, dass Händler sich gegen diese Initiative zur Wehr setzen – hier arbeiten wir sehr eng mit dem Händlerbund aus Deutschland zusammen, um die Markt-Interessen zu den entsprechenden Entscheidungsträgern in Brüssel zu bringen. Es gibt auch regelmäßige Workshops zu diesem Thema – wir freuen uns sehr, wenn Händler aus der D-A-CH Region daran teilnehmen um ihre Sicht der Dinge auf diese und ähnliche Ideen klar mitzuteilen.

Frauen in der digital Branche

2) Women in Tech & eCommerce

Digital Branche braucht mehr FrauenIn der Politik wird das Thema Frauen in Führungspositionen immer wieder diskutiert und aufgeworfen, jedoch sehen wir dass wir uns auf die Politik in keinster Weise verlassen können. Gerade in unserer Branche ist das Thema Women in Tech & eCommerce essentiell:

Frauen sind die Hauptzielgruppe im Online Handel, dennoch werden über 85% aller Online Shops & eCommerce Unternehmen von Männern entwickelt bzw. geführt. Wie auch beim letzten A-COMMERCE Online Händler Treffen von Sandra Kröger in Tirol anschaulich erklärt wurde, gibt es enorme Unterschiede im Shopping-Verhalten zwischen Männern und Frauen und hier liegt viel Optimierungspotential brach.

Aber nicht nur das – es fehlen gerade Frauen in Führungspositionen und auch Gründerinnen. Ja natürlich gibt es die ein oder andere Gründerin, die sehr erfolgreich ihr Unternehmen in unserer Branche positioniert hat, es kommt uns aber auch immer wieder vor, dass derzeit Frauen als das Gesicht eines Unternehmens aufgebaut & nach außen verkauft werden, obwohl im Hintergrund ein anderes Team die Fäden zieht.

Gerade das kann ich nicht verstehen – wir bei A-COMMERCE sind der beste Beweis, dass eine gute Durchmischung vor Allem auch in Führungspositionen für jedes Unternehmen stark befruchtend sein kann und durch unterschiedliche Ansichten wesentlich bessere Entscheidungen für das Unternehmen getroffen werden können. Was dann natürlich in Unternehmen abgeschafft werden sollte, ist das typische „Politics & Bullshit“ – aber das ist in keinem Unternehmen wirklich sinnvoll.

Online Handel über die Grenzen hinaus

3) Internationalisierung

Wie wichtig ist es für den Handel zu exportieren?Kein wirklich neues Thema – aber muss es immer Deutschland als Exportland Nummer 1 in unserer Branche sein? Der Wettbewerb dort ist sehr hart, es gibt rechtliche Hürden und Fallen zu beachten – warum also nicht in andere Regionen starten?

Mein persönlich bestes Beispiel dafür, dass diese Stratege Erfolg hat, ist Roland Fink mit den Niceshops, der sich dafür entschieden hat in Italien und Ost-Europa mit der Internationalisierung zu starten. Es gibt hier zwar logistische Herausforderungen zu lösen und auch die Sprache kann immer wieder zum Problem werden, jedoch können in vielen Ländern in Europa noch wesentlich bessere Margen erzielt werden als in Deutschland.

Was ist wichtig im eCommerce?


Das hier ist nur ein kleiner Auszug von Themen, die in unserer Branche brennen und die zeigen, dass nur „Tun“ etwas hilft, nicht darüber reden. Wir in der Online Branche sind noch viel zu wenig gemeinsam aktiv, um brandaktuelle Themen zu bearbeiten – als A-COMMERCE haben wir vor drei Jahren begonnen, die Branche zu vereinen und zusammen zu bringen, das werden wir auch weiterhin mit grosser Begeisterung machen.

Wir werden aber auch vermehrt grenzüberschreitend tätig werden, um mit Partnern wie dem Händlerbund gemeinsam auch auf Europäischer Ebene wichtige Themen behandeln und unsere Branche noch weiter voran bringen.



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