Alexander Stuparek im A-COMMERCE Interview

Alexander Stuparek

Unterschiedliche Systeme, die miteinander sprechen – was so simpel klingt, wird in der E-Commerce Branche zu einer grossen Herausforderung. Wie war für dich der Einstieg in unsere Branche?

Meine ersten Berührungspunkte im E-Commerce hatte ich bei meinem ehemaligen Arbeitgeber. Dort war ich knapp 7 Jahre für den Konzern als Spezialist in der DACH-Region dafür verantwortlich, die Produkt- und Preisdaten für unsere Kunden zur Verfügung zu stellen. Unter diesen Kunden waren sowohl Großhändler als auch Online-Shop-Anbieter die schon damals eine gewisse Datenqualität benötigten, um sich im Wettbewerb behaupten zu können. Es war schon damals sehr spannend wie komplex und aufwendig es sein kann, Systeme und Partner trotz vermeintlich „einheitlicher Standards“ miteinander zu verbinden, da doch jeder seine eigenen Datenformate genutzt hat.

Ende 2014 habe ich mich schlussendlich dazu entschieden mich dieser Problematik als Selbstständiger anzunehmen und Unternehmen dabei zu unterstützen ihr Datenmanagement zu optimieren.

 

Du hast dein Geschäftsmodell in den letzten Jahren ja auch spannend weiterentwickelt – zum Einen die erste zertifizierte Plentymarkets Agentur in Österreich und nun auch noch als Vorreiter im Bereich PIM für KMUs. Wie kam es dazu?

Mit plentymarkets kamen wir zum ersten Mal am A-COMMERCE Day 2016 ins Gespräch, da wir laufend auf der Suche nach Systempartnern sind, mit denen wir Kooperationen starten können. Begonnen haben wir hier als Anbieter von zusätzlichen Schnittstellen zu Systemen und Datenformaten die plentymarkets nicht unterstützt. Mittlerweile ist daraus eine wirklich gute Partnerschaft entstanden und wir bieten seit Kurzem als erster zertifizierter Partner in Österreich auch die komplette Systemeinrichtung für Kunden an.

Mit unserem „PIM für KMUs“ excobase wollen wir ein leistbares PIM-System für Unternehmen schaffen, das trotz vollem Service durch uns wesentlich kostengünstiger sein wird als andere PIM-Systeme am Markt. Damit wollen wir unter anderem auch Online-Shop-Betreibern die Möglichkeit bieten ein System zur Optimierung ihrer Produktdaten nutzen zu können.

 

Die Bedeutung eines PIM Systems wird erst in den letzten 2 Jahren immer mehr Unternehmen bewusst – erklär doch unseren Lesern in einfachen Worten, welche Vorteile ein gut funktionierendes PIM System im vollautomatisierten E-Commerce mit sich bringt?

Ich denke das liegt vor allem daran, dass viele Unternehmen bislang dachten, dass es bei einem PIM-System nur darum geht Artikeltexte und -bilder zentral zu pflegen. Mittlerweile werden aber auch Themen wie unterschiedliche Texte pro Verkaufskanal und Produktklassifizierungen immer wichtiger. Will man beispielsweise mit gewissen Marktplätzen, Einkaufsgenossenschaften oder gar der Bundesbeschaffung zusammenarbeiten, so verlangen diese oft Produktdaten in strukturierten Datenformaten (z.B. BMEcat) mit Produktklassifizierungen (z.B. eCl@ss).

Dies wird jedoch in der Regel von Warenwirtschaftssystemen und Shop-Systemen nicht angeboten. Hier unterstützen wir Unternehmen als Dienstleister, aber auch als Lösungsanbieter und entwickeln Softwarelösungen. Zusätzlich kann ich strukturierte und klassifizierte Produktdaten für Analysen meines Sortiments nutzen, um meine Sortimentsausrichtung zu optimieren.

Die größten Vorteile eines PIMs liegen meiner Meinung nach aber darin, die Produktdaten zentral und medienneutral verwalten zu können, ohne die Ressourcen der Verkaufssysteme zu strapazieren. Das bedeutet, dass die Daten aus dem PIM-System jederzeit für Listings auf Marktplätzen, Newsletter-Mailings oder Preislisten in unterschiedlichsten Dateiformaten genutzt werden können. So hat man immer einen guten Überblick über die Qualität der eigenen Produktdaten. Denn im E-Commerce kann ich ohne gute Produktdaten keine Umsätze erzielen.

 

Aus deiner Erfahrung heraus, was sind die grössten Stolpersteine welche Unternehmen beim Start in den Online Handel aus dem Weg räumen müssen?

Ein großer Stolperstein ist mit Sicherheit die Wahl der richtigen Tools und einer Prozessstrategie. Bei der schieren Masse an Händlern, die sich im Web und vor allem auf Marktplätzen tummeln, ist es unmöglich sich ohne optimierte Prozesse durchzusetzen. Das beginnt bei der Wahl des richtigen Tools für die Produktdaten-Pflege, über die Warenwirtschaft bis hin zum Online-Shop.

Unter anderem wollen wir dies mit excobase vereinfachen, in dem man das System mit der Warenwirtschaft und dem Online-Shop koppelt und viele Prozesse automatisieren kann.

 

Wenn du einen Wunsch für die österreichische E-Commerce Branche frei hättest – welcher wäre dies?

Um den E-Commerce Markt in Österreich voranzubringen und vor allem auch das Bewusstsein und das damit verbunden Prozessdenken der Händler in Österreich zu stärken, wäre vielleicht eine Art „E-Commerce Förderung“ sinnvoll. So könnte man auch Händler, die nicht so einfach Beratungs-, Agentur- und Dienstleisterkosten stemmen können, dazu animieren sich effektiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und Tipps und Dienstleistungen von Experten zu erhalten.

Das würde mit Sicherheit unseren E-Commerce Standort Österreich stärken und den Handel für die Zukunft stärken, denn ein Aufholbedarf ist definitiv vorhanden – blickt man nach Deutschland und beachtet die Tatsache, dass Österreich von Marktplätzen nur „sekundär“ beliefert wird.

 

Über mich

31 Jahre, aus Wien, Gründer und Geschäftsführer von excodata

Ich unterstütze mit meinem Team bei excodata Unternehmen dabei, Strategien und Lösungen im Produktdatenmanagement zu entwickeln. Von der Adaptierung bestehender Prozesse und Systeme bis hin zur Entwicklung maßgeschneiderter Softwarelösungen, erarbeiten wir mit Kunden Konzepte um Prozesse zu optimieren. Dabei helfen wir Kunden auch bei der Automatisierung der Kommunikation mit Geschäftspartnern und der Verarbeitung sowie Erstellung diversester Datenformate und Klassifizierungen.

 



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