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Benjamin Boltner – Madeleine Mode

Kategorie: Interviews

Geschrieben von Stephan Grad

Benjamin Boltner – Madeleine Mode

Benjamin Boltner

Fashion eCommerce ist der älteste und auch bekannteste Teilbereich des eCommerce in Europa und war das erste Betätigungsfeld vieler Katalogversender im Neuland „Internet“. Daher freut es mich sehr, heute Benjamin Boltner von Madeleine Mode im aCommerce Interview begrüssen zu dürfen.

Benjamin – Madeleine Mode ist seit 20 Jahren im Bereich der hochwertigen Damenmode tätig und wie es seit damals üblich ist, habt Ihr neben dem Online Shop auch immer noch den bekannten Mode-Katalog, den ihr euren Kunden zuschickt.

Kannst du unseren Lesern erzählen, inwieweit es gerade für euer Kundenklientel wichtig ist, diese beiden Kanäle anzubieten und welche Präferenzen eure Kunden aufzeigen?

Hallo Stephan, zuerst einmal herzlichen Dank für deine Interview-Einladung. Wir sehen uns mittlerweile als Multi-Channel-Mode-Marke und möchten daher unseren Kundinnen ein tolles Einkaufserlebnis auf dem von ihr bevorzugten Kanal bieten. Ob Katalog, Shop oder App soll die Kundin entscheiden, aber wir finden, dass in unserem Preissegment unsere Kundinnen nicht zu einem bestimmten Kanal „gezwungen“ werden sollen. Allerdings beobachten wir in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung des Kanals Webshop,  über den bald jede 2.te Bestellung getätigt wird. Der Katalog dient für sehr viele Kundinnen nach wie vor als wichtige, unverzichtbare Inspirationsquelle und Anstoss zur Bestellung. Bei der Bestellung an sich überwiegen dann sicherlich die Vorteile des Online-Shops, in dem man unabhängig von Öffnungszeiten das gesamte Sortiment benutzerfreundlich erleben kann.

Benjamin Boltner

Fashion eCommerce ist spätestens seit Zalando in aller Munde – sowohl bei Investoren, aber natürlich auch bei den Konsumenten. Auf Seiten der Online Händler gilt jedoch die Fashion eCommerce Branche als Königsdisziplin, da es harten Wettbewerb und einige spezielle Probleme wie zb. die Retourenproblematik gibt – wie ist das in eurem Fall?

Da wir ja über 20 Jahre im Distanzhandel tätig sind, haben wir bereits Einiges an Erfahrung mit den versandtypischen Bereichen wie beispielsweise Retouren. Wir finden auch, dass das selbstverständlich zu unserem Geschäftsmodell dazugehört, denn man soll ja „in Ruhe zuhause“ anprobieren können – ein klarer Vorteil gegenüber dem stationären Geschäft mit überfüllten Strassen und Umkleiden. Dennoch ist das Thema Retouren ein sehr wichtiges Thema für die Zukunft, da sicher auch jede Kundin den Gang zur Post für die Retoure vermeiden möchte. Dazu werden dann bessere Bilder, Freisteller, 360 Grad-Ansichten , Videos, oder Grössenberatungs-Tools sicherlich eine immer grössere Rolle spielen, damit Retouren vermieden werden können. 

Ihr seid in einige Ländern Europas vertreten – welche Unterschiede merkt ihr gerade in UK zu Kontinental-Europa nicht nur in Hinsicht auf die Kunden, sondern auch auf die Anforderungen seitens der eCommerce Infrastruktur, Payment, Logistik etc.

Das Thema Infrastruktur ist ein Thema, was man je nach Land unterschiedlich angehen muss, denn jedes Land hat sowieso andere Kundinnen, aber auch seine technischen Besonderheiten. Dazu arbeiten wir je nach Land mit unterschiedlichen Logistikdienstleistern zusammen. Auch im Bereich der Zahlungsarten sind wir mit dem im Land bevorzugten Zahlungsarten unterwegs. Gut ist es in dem Zusammenhang einen Payment Service Provider zu haben, der Erfahrung in den verschiedenen Märkten hat. Um Synergieeffekte optimal zu nutzen gilt bei uns als internationale Marke „Soviel Standardisierung wie möglich, soviel Individualisierung wie nötig“, um den Markt optimal und effizient bearbeiten zu können.

Das Thema Internationalisierung ist ja gerade für viele kleinere Händler immer ein sehr Schwieriges, da das Handling der Bestellungen aufwändiger wird, aber natürlich auch in Kundenservice in der jeweiligen Landessprache investiert wird. Gibt es bei Madeleine Mode den Ansatz, noch weitere Länder zukünftig zu beliefern?

Auch für MADELEINE Mode ist es natürlich ein Thema, zu wachsen und weitere Märkte zu entdecken – hier sind wir regelmässig in Prüfung.

Gibt es Entwicklungen im eCommerce, die euch in den letzten Monaten vor ganz spezielle Herausforderungen gestellt haben?

Vor allem das Thema Mobile ist ein sehr interessantes Thema mit extrem viel Potential, welches aber stark an technische Investitionen geknüpft ist. Verschiedene Betriebssysteme, eine Vielzahl an Bildschirmgrössen und eine extrem schnelle Entwicklung erfordern eine gute technische Basis und eine Mobile-Strategie, die man sorgfältig entwickeln muss.

Wenn du Dir etwas für die Österreichische eCommerce Branche wünschen dürftest, was wäre das?

In Österreich vermisse ich eine grosse eCommerce-Veranstaltung, die alle eCommerce-Bedürfnisse einmal im Jahr abdeckt – so einen österreich-spezifischen Branchen-Treff zwischen Anbietern, Dienstleistern und Agenturen.

Über Benjamin Boltner:
Benjamin Boltner ist Leiter eCommerce bei MADELEINE Mode für die Märkte Österreich & Schweiz.  Nach seinem Berufsakademie-Studium zum Diplom-Betriebswirt (BA) bei der Quelle Versand AG in Fürth war er zunächst als jr eCommerce Manager bei der Quelle Schweiz Versand AG tätig. Danach wechselte er zu MADELEINE Mode und verantwortet seit 7 Jahren den eCommerce-Bereich für Österreich & Schweiz.

Über den Autor

Mit dem Satz "How hard can it be" lässt sich die Arbeitsweise von Stephan Grad am Besten beschreiben: Moderne eCommerce & Digitalisierungs Strategien werden mit Innovations-Anspruch sowie Hands On Mentalität erarbeitet und anschliessend in mittelständischen Unternehmen in ganz Europa implementiert. Durch die professionelle Arbeitsweise, welche zukunftssichere Lösung für Kunden ermöglicht, hat Stephan A-COMMERCE zu einer der führenden Marken im Bereich eCommerce & Digitalisierung in Europa gemacht.

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