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Carola Lindenbauer – TECH GATE

Kategorie: Interviews

Geschrieben von Stephan Grad

Carola Lindenbauer – TECH GATE

Carola Lindenbauer im A-COMMERCE InterviewIn unserer Interview-Serie wollen wir ja nicht nur eCommerce Insider zu Wort kommen lassen, sondern auch über den Tellerrand hinaus blicken und uns Menschen widmen, welche nur indirekt in unserer Branche tätig sind, aber deren Beruf bzw. deren Leistungen auch für uns wichtig sein können bzw. werden.

Da in den letzten Wochen das Thema Internationalisierung immer wichtiger wird und deutsche, italienische und auch schweizer Onlinehändler & Dienstleister vermehrt ein Auge auf Österreich werfen und sich hier ansiedeln, freut es mich sehr, heute Carola Lindenbauer, Geschäftsführerin des TECH GATEs im Interview zu begrüssen.

1. Carola, wir freuen uns sehr, dass wir im Tech Gate eine sensationelle Location für unseren A-COMMERCE DAY gefunden haben – damit gebt ihr uns eine Heimat für die Weiterentwicklung der eCommerce Branche in Österreich – jedoch kennen viele Menschen das Tech Gate als reinen Technologie-Hub – warum öffnet ihr euch nun für weitere Branchen?

Wir freuen uns sehr, dass wir den A-COMMERCE DAY als internationalen Fachkongress zu uns ins Tech Gate Vienna holen konnten. Wir haben viele Unternehmen aus dem Bereich IT und Wissenschaft bzw. Forschung bei uns im Haus. Aber nicht nur. Auch Kinderärzte, Agenturen und Startups fühlen sich bei uns wohl. Den strengen Branchenfokus hatten wir eigentlich nur noch im ehemaligen Markenauftritt. Wir haben ja in den letzten Monaten das komplette Marketing neu aufgestellt, vom neuen Logo über die Website bis hin zum Vertrieb. Aber natürlich bilden sich hier Cluster, die im weitesten Sinne unter dem Begriff „Digitale Wirtschaft“ ein Dach finden.

2. Wie schon einleitend angemerkt, wurde Österreich als Land von vielen Unternehmen „mitbetreut“, da man gedacht hatte dass die selbe Vorgehensweise wie in Deutschland auch für unser kleines Land reicht – hier fängt gerade das Umdenken an, man erkennt dass regionale Standorte sowohl für das Kunden-Vertrauen, aber auch für die Marktpräsenz unheimlich wichtig sind – welche Erfahrungen habt ihr mit diesem Trend gemacht?

Das war bisher in fast allen Branchen so. Österreich ist aber kein Anhängsel sondern ein eigenständiger Markt mit eigenen Regeln. Und wirtschaftlich äußerst interessant. Auch wenn wir im Land oft „sudern“, es geht uns weltweit mit am Besten. Und das ist auch für andere Länder interessant. Jedoch braucht es hier jemanden vor Ort, der die Netzwerke kennt, die Kultur versteht und als persönlicher Ansprechpartner da ist. Wir sind ein sehr emotionales Land. Im Prinzip hat es auch etwas mit Wertschätzung zu tun, nicht nur e-mails nach Österreich zu schicken sondern persönlich mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

3. In unserer eCommerce Branche sind ein Grossteil der Unternehmer in einer sehr überschaubaren Grösse – daher buchen sich viele Unternehmen in Co-Working-Spaces ein – habt ihr auch schon an eine solche Lösung für (Technologie-) Startups im Tech Gate gedacht?

Was viele nicht wissen ist, dass man bei uns schon ab 30 Quadratmetern mieten kann. Und wir haben – sofern keine großen Umbauten für uns zu machen sind – keine jahrelang gebundene Mietverträge. Wir haben mal ausgerechnet, dass vergleichbare Leistungen in einem Co-Working-Space in Wien bis zu doppelt so teuer sind als ein fixes Büro bei uns. Wir sind also im Preis-Leistungs-Verhältnis wettbewerbsfähig. Derzeit arbeiten wir daran, das auch den Startups zu kommunizieren. Ein Co-Working Space wird es bei uns vorerst nicht geben, wir arbeiten aber gerade an einer Lösung für eine Bürofläche, in der man sich einzelne Räume mieten kann. Unsere allgemeinen Meeting-Räume, Eventflächen sowie Teeküchen sind aber jetzt schon „shared spaces“.

4. Wir von A-COMMERCE arbeiten ja daran, im Sommer 2015 einen eCommerce Hub ins Leben zu rufen, um unser spezialisiertes KnowHow an ambitionierte Aufsteiger der Branche weiterzugeben – gerade aber aufgrund der speziellen Anforderungen von eCommerce Unternehmen, die auf eine technologisch ausgereifte Infrastruktur zurückgreifen müssen, macht die Suche nach Standorten schwierig – welche Tipps kannst du unseren Lesern geben, worauf (in Wien) bei der Immobilien-Auswahl zu achten ist?

Das ist sehr individuell. Wichtig ist, dass man sich wohl fühlt. Ein technisch perfektes Büro kann dennoch unbefriedigend sein, wenn das Klima und das drumherum nicht stimmt. Wichtig sind generell: Flexibilität, persönliche Ansprechpartner auf Vermieterseite, eine gute Infrastruktur, gute öffentliche Erreichbarkeit sowie Parkplätze. Worauf man als Unternehmen auch achten muss ist, dass einige Co-Working Spaces zwar in sind, jedoch im Sinne der arbeitsrechtlichen Umgebung nicht für Mitarbeiter geeignet sind. Lässige Sofas erfüllen nicht die ergonomischen Auflagen des Arbeitsinspektorats, die coole Deckenlampe und der kleine Schreibtisch können da schon mal beanstandet werden. Und die vielen Spielsachen, die in manchen Startups rumliegen, stellen Stolperfallen dar, die dem Unternehmer teuer zu stehen kommen, wenn seine Praktikanten oder eine Mitarbeiterinnen darüber stolpern.

5. Für viele junge Unternehmen, welche gerade mit ihren Ideen starten ist es immer noch sehr schwierig, Kontakte zu etablierten Unternehmern aufzubauen, um ehrliches Feedback oder einen Meinungsaustausch in Gang bringen zu können – jetzt habt ihr im Rahmen eurer Talk Gate Veranstaltungen immer sehr hochklassige Besucher – wäre es für euch spannend, auf dieser Grundlage auch zukünftig eine solche Vernetzung zu ermöglichen?

Ja natürlich. Bei unseren Talk Gate Veranstaltungen geht es um Inhalte und nicht um Status. Jeder, der etwas beitragen kann, ist herzlich willkommen. Für ein gutes Netzwerk ist es im Übrigen aber nicht wichtig, auf jeder Hochzeit zu tanzen. Junge Unternehmen gelten oft als nicht zuverlässig. Heute hier morgen dort, je nachdem was gerade In ist. Auch fürs Networking braucht es eine Strategie. Wenn die zu uns und unseren Events passt: Herzlich Willkommen!

6. Wenn du abschliessend noch einen Tipp oder Gedanken für Unternehmen hättest, die mit dem Gedanken spielen nach Österreich zu expandieren, welcher wäre das?

Macht es einfach! Zu viel Marktforschung, zu viel Excel Listen, zu viele schriftliche Konzepte. Das kann alles perfekt und oft auch teuer sein. Und dennoch hat man noch nichts auf die Straße gebracht. Herkommen, zuhören und im Sinne des Marketings die Bedürfnisse des Marktes befriedigen.

Über den Autor

Mit dem Satz "How hard can it be" lässt sich die Arbeitsweise von Stephan Grad am Besten beschreiben: Moderne eCommerce & Digitalisierungs Strategien werden mit Innovations-Anspruch sowie Hands On Mentalität erarbeitet und anschliessend in mittelständischen Unternehmen in ganz Europa implementiert. Durch die professionelle Arbeitsweise, welche zukunftssichere Lösung für Kunden ermöglicht, hat Stephan A-COMMERCE zu einer der führenden Marken im Bereich eCommerce & Digitalisierung in Europa gemacht.

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