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Florian Otte von KELLER SPORTS im Interview

Kategorie: Interviews

Geschrieben von Ana-Maria Birsan

Florian Otte von KELLER SPORTS im Interview

Ehre, wem Ehre gebührt. Unter diesem Titel steht unser eCommerce Preis – der Anton Award … Letztes Jahr haben diesen auch Keller Sports in der Kategorie „Online Shop international“ gewonnen. Heute haben wir Florian Otte, CTO und Geschäftsführer von Keller Sports im Interview. Er ist verantwortlich für die Bereiche IT und Business Intelligence. Das beinhaltet die Shopentwicklung mit seinem Team, sowie Backendprozesse, Schnittstellen und ihr Business Intelligence System. Außerdem versucht er möglichst viele Prozesse in der gesamten Firma auf größtmögliche Effizienz zu optimieren. Seine Leidenschaft sind die agile Produktentwicklung und Implementierung schlanker und effizienter Prozesse. Bereits in den Jahren vor Keller Sports hat er diverse Plattformen aufgebaut und betreut (u.a. restaurant-kritik.de).

Florian Otte im Interview

Florian, ihr wurdet in den letzten Monaten immer wieder mit Preisen ausgezeichnet – unter anderem auch mit dem Anton Award 2015. Wodurch unterscheidet sich euer Onlineshop von Anderen? Weshalb werdet ihr bei solchen Verleihungen anderen Shops vorgezogen?

Keller Sports gewinnt eCommerce Preise

Ganz genau kann ich das natürlich nicht sagen, weil ich die genauen Beweggründe der Juries nicht kenne. Was uns auszeichnet ist aber, dass wir seit über 10 Jahren jeden Tag dafür aufstehen, dem User die bestmöglichen Produkte sowie Userexperience zu bieten. In dieser Zeit haben wir unseren Shop schon duzende Mal erneuert und verbessert. Mit den letzten großen Updates in 2015 (bis heute) ist es uns aber meiner Meinung nach gelungen, nicht nur technisch einen schnellen und benutzerfreundlichen Shop an den Start zu bringen (komplett SSL Verschlüsselung, HTTP2.0, Responsive um nur einige Features zu nennen), sondern auch Inhaltlich einen großen Schritt nach vorne und weg von der Konkurrenz zu machen (Produktauswahl sowie Produktpräsentation z.B. https://www.keller-sports.at/p/salomon-speedcross-3-gtx-damen-laufschuh-gelb.html).

Programmierter Online Shop – in-house

Ihr selbst habt euren Onlineshop (die wichtigsten technologischen Aufbauten) selbst programmiert. Ist das deiner Meinung nach die Grundlage für langfristigen Erfolg?

Wie baut man einen Onlineshop am besten auf?

Wir sind wie die meisten klassischen Online-Händler mit einer, bereits auf dem Markt existierenden, Shopsoftware gestartet. Vor einigen Jahren war dann aber der Aufwand/Nutzen hier nicht mehr gegeben, da fertige Lösungen meist ziemlich „dick/behäbig“ sind. Es müssen hier tausende Features enthalten sein, die die Kunden solcher Software wünschen. Wir selber benötigen aber nur einen Bruchteil davon. Auf der anderen Seite wollen wir schnell Features implementieren und deployen (wir deployen täglich 1-2x). Da ist so ein fertiger Bausatz einfach zu schwierig zu pflegen. Nicht zuletzt macht eine Eigenentwicklung auch auf Grund unserer Internationalisierung Sinn (wir haben 12 Countryshops u.a. www.keller-sports.se), da wir so Datenbank und Core Code schlank in einer Art „Gold-Version“ pflegen und dann einfach in alle Länder ausrollen. Mit dem entsprechenden Workflow drumherum kann man sich so langfristig dann auch von der Konkurrenz abheben und wird effektiver.

Welche Schritte sind im eCommerce wichtig?

Die Reihenfolge der zu bewältigenden Schritte im eCommerce ist nicht ganz unwichtig. Wie habt ihr das gemacht bzw. was sollte deiner Meinung nach als Erstes an die Reihe kommen? Internationalisierung oder doch die Sortimentsausweitung?

Standardprozesse im eCommerce

Meiner Meinung nach ist es mit den Jahren immer schwieriger geworden einen Top Online Shop aufzubauen. Vor 10 Jahren war es deutlich einfacher, da weniger Mitbewerber vorhanden waren, aber auch die technischen Ansprüche meiner Meinung nach viel geringer. Heutzutage muss man direkt Responsive sein (oder eine eigene Mobile Version inkl. App haben) und die Standardprozesse erstmal so hinbekommen (Versand am gleichen Tag, Tracking, Einkauf usw).

Ich würde erstmal das Geschäftsmodell hinterfragen. Warum sollten Kunden ausgerechnet bei mir Stöbern und einkaufen? Was mache ich anders und besser? Dann würde ich eine einfache Version an den Start bringen (vermutlich mit einer fertigen, aber angepassten Softwarelösung) und mal den Markt tatsächlich antesten. Im Prinzip nach dem Motto „Keep it simple & stupid“. Wenn das Modell dann akzeptiert wird, kann man sich definitiv an die Internationalisierung machen. Vorausgesetzt aber das Sortiment + Pricing stimmen.

Einkaufserlebnis wichtig für Online Shop

Das Einkaufserlebnis ist für viele Konsumenten ein immer wichtiger werdender Faktor im Handel. Greifbar und fühlbar muss man (als Händler aber vor allem mit seinen Produkten) sein. Welche Gefahr besteht bei Duplicated Content bzw. welchen Herausforderungen stehen Online Händler mit standardisierten Produkten gegenüber?

Eigener Online Shop versus Markplatz

In Zeiten von Amazon, Zalando und Co muss man sich schon überlegen, was denn der USP (Unique Selling Point) sein soll. Wenn man vergleichbare Produkte zu vergleichbaren Preisen anbietet, so stellt sich die Frage nach den Mehrwerten für den Endkunden. Auf einen Preis/Produktkampf würde ich mich so nicht einlassen, sondern versuchen über andere Themen zu punkten. Und da bietet sich natürlich die Produktpräsentation an. Ansprechende und unique Produktfotos, bessere Präsentation der Features, Aus/Aufbau von Produktbewertungen usw. Von Standard-Produktbeschreibungen (ala Copy+Paste) würde ich nach und nach Abstand nehmen, denn das macht einen ja noch vergleichbarer. Und ist auch für SEO nicht gerade förderlich. Uniquer Content kostet allerdings viel Zeit und damit auch Geld.

Neukundengewinnung im Handel

Stichwort – Neukundengewinnung durch Adwords. Diese Art der Akquise wird im Online Handel immer teurer. Dadurch kommt nicht selten die Bestandskundenpflege zu kurz … Wie handhabt ihr das bei Kellersports?

Stammkunden richtig ansprechen

Wir versuchen natürlich Neukunden (u.a. via Google AdWords) so von uns zu überzeugen, dass ein Neukunde zum Wiederkäufer wird. Und das geht am besten via CRM Maßnahmen (z.B. intelligente Mailings) und einem überzeugenden Konzept. Dazu gehört z.B. ein schneller Versand, Top Kundenservice, super Produkte zu marktgerechten Preisen sowie auch eine Ansprechende Präsentation der Produkte. Und wenn das alles stimmt, fühlt sich der Kunde positiv beeindruckt und erinnert sich beim nächsten Kauf wieder an uns.

Maßnahmen um im eCommerce erfolgreich zu sein

Ein Blick in die Zukunft. Welche Preise / Auszeichnungen würdet ihr noch gerne gewinnen? 😉 Spaß bei Seite – Was dürfen wir uns von Kellersports in den nächsten Monaten erwarten?

eCommerce in Österreich

Was Preise angeht, so sind die nächsten Ziele eher in unseren Abteilungen angesiedelt. D.h. ein SEA/SEO/CRM Branchenpreis wäre super. Ansonsten bauen wir zur Zeit unsere CRM Intelligenz weiter aus (z.B. noch besser auf den Kunden zugeschnittene Mailings), werden noch 1-2 Länder starten sowie natürlich unsere Produktdarstellung (wie ich oben erwähnte) für alle Produkte im Sortiment weiter auszubauen.

Über den Autor

„Ich hab’ die Kampagne schon vorher gekannt“. Mit einigen Jahren in der Werbe- und viel Zeit in der Kommunikationsbranche darf man sich das schon auf die Fahnen schreiben. Ana-Maria ist in diesem Gebiet mit Begeisterung dabei und liebt es, sich mit kreativen Köpfen und Inputs zu umgeben aber noch mehr genießt sie es, solche schaffen zu dürfen und damit einen Mehrwert zu erzeugen. Was dabei raus kommt? – Muss man gesehen haben. Ihr Ziel ist es, das digitale Netzwerken weiter zu bringen und zu zeigen, was man mit Sozialen Netzwerken alles erreichen kann. Ein Bildungsauftrag so zu sagen. Eine Herzensangelegenheit eben.

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