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Dominik Romer – Adnymics

Kategorie: Interviews

Geschrieben von Ana-Maria Birsan

Dominik Romer – Adnymics

Langweilig kann jeder. Persönlich soll es werden! Auf diesen Grundsatz setzt Adnymics. Das junge Münchner Startup bietet intelligente Paketbeilagen für Online Händler an. Ihr System analysiert das Kauf- und Surfverhalten der Kunden und stellt somit die individuell angepassten Paketbeilagen zusammen. Redaktionelle Inhalte und Produktangebote – alles mit dabei. Durch diese direkte Kundenansprache soll nicht nur die Kundenbindung erhöht werden sondern auch die Umsätze gesteigert werden.

Dominik Romer ist Gründer von Adnymics. Wir haben ihn auf der Internetworld kennen lernen dürfen und freuen uns, dass er für ein Interview mit A-COMMERCE bereit ist.

Adynmics – Paketbeilagen smart gemacht

Dominik, erzähl’ uns doch erstmal, wie ihr auf die Idee „Adnymics“ gekommen seid!

Die Gründungsgeschichte von adnymics

Ich bin selbst begeisterter Online-Käufer und nachdem ich zum hundertsten Mal den gleichen, uninteressanten Flyer aus meinem Paket genommen und weggeworfen habe, kam mir dieser Werbeplatz verschwendet vor. Online bekam ich ja von Online-Shops bereits viele individualisierte Empfehlungen z.B. im Browser oder per Newsletter. Also wieso die Interessen des Kunden nicht auch mit individualisierten Paketbeilagen ansprechen? So entstand die Idee, Retargeting in die Offline-Welt zu übertragen und Adnymics war geboren.

Startups sind selbst begeisterte Online Käufer

Viele haben Printbeilagen und Kataloge bereits für tot erklärt. Heute spricht man von einem Revival dieser im eCommerce. Woher kommt das deiner Meinung nach?

Printbeilagen in Paketen – richtig gemacht

Das kommt hauptsächlich dadurch, dass Nutzer online durch die enorme Menge und unterschiedliche Art von Werbebotschaften abgestumpft sind und Online-Werbung immer mehr an Grenzen stößt. Für Online-Händler wird es immer schwieriger die richtigen Kunden zu erreichen und erfolgreiche Kampagnen rein online zu schalten. Aus diesem Grund ist es essentiell die Mediabudgets auf mehrere Kanäle zu verteilen. Wir sehen gedruckte Werbemittel für den eCommerce grundsätzlich als Ergänzung der Onlinekampagnen. Der große Vorteil dieses Kanals ist starkes Vertrauen beim Empfänger, da es sich um ein haptisches Werbemittel handelt. Wir haben beispielsweise mit unserem Print-Retargeting sehr gute Erfahrungen mit den Rückmeldungen der Konsumenten gemacht.

Optimierung Onlineshop – adnymics optimiert bei Lieferung

Viele Online Händler investieren viel Zeit und Geld in die Optimierung ihres Online Shops, vergessen aber beim Produktversand und der Aufmachung der Pakete auf die Einzigartigkeit. Leider gestalten sich Pakete somit oft lieblos und überhaupt nicht kreativ. Schade! Wieso bleibt deiner Meinung nach dieser Touchpoint (der eine letzte Zentimeter) ungenutzt?

Ungenutztes Potenzial – Paketbeilagen

Viele Online-Händler sehen den Point-of-Sale nur in ihrer Webseite. Daher wird fast ausschließlich in die Online-Darstellung investiert. Die Logistik und damit auch Themen wie Verpackung und Beilagen werden entsprechend eher als das „notwendige Übel“ gesehen. Die Zweiteilung des Point-of-Sale wurde bisher nur von wenigen Händlern erkannt – es gibt aber genügend Studien die belegen wie hoch die Emotionalität des Entpackens ist.

Zusätzlich liegt der Fokus oft zu sehr auf der Generierung von Neukunden. Eine Bindung von Bestandskunden ist idR. aber deutlich kostengünstiger und effektiver und lässt sich durch Maßnahmen wie die gezielte Emotionalisierung des Entpackens sehr gut erreichen. Der Umfang der Maßnahmen hängt natürlich jeweils von der Positionierung sowie der Margenstruktur ab, trotzdem kann fast jeder Händler mehr tun als braune Kartons zu verschicken 😉

Welche Herausforderungen haben eCommerce StartUps

Als eCommerce StartUp musstet ihr am Anfang genügend Herausforderungen meistern. Wie ihr auf der Internetworld erzählt habt, waren auch die letzten Monate nicht immer „easy“. Welche Zukunftsmärkte seht ihr für euren Bereich bzw. im eCommerce in den nächsten 1-2 Jahren?

Zukunftsmärkte im eCommerce – Dominik Romer

Eine große vertriebliche Herausforderung ist der Erklärungsbedarf unserer Produkte. Dazu kommt, dass wir immer wieder mit den klassischen Fremdbeilagen verglichen werden und es hierbei zu Missverständnissen kommt.

Bzgl. des Marktes haben wir in Deutschland sicherlich einen guten und soliden Start-Markt. Wir sind allerdings bereits dabei Anfragen aus dem europäischen Umland zu bearbeiten und werden diese in den nächsten Monaten auch strategischer angehen.

Die Zukunft des eCommerce

Ein Blick in deine persönliche Glaskugel – Wie wird sich der Handel in den nächsten 2-3 Jahren entwickeln? Hast du ein bestimmtes Wunschszenario für Händler (Online und / oder stationär)?

Wie wird sich der Handel in den nächsten Jahren entwickeln?

Das Konsumentenverhalten wird sich sicher mit ähnlicher Geschwindigkeit wie bisher in Richtung Online und v.a. Mobile verschieben. Wenn man sich den Marktanteil des stationären Handels vor Augen führt wird allerdings klar, wie viel Online-Potential sich hier noch verbirgt. Ich bin überzeugt, dass bspw. im Food-Bereich in den nächsten Jahren viel Bewegung entsteht.

Schade ist, dass die funktionierenden eCommerce-Märkte von wenigen großen Playern sehr stark kontrolliert und beeinflusst werden. Mein Wunschszenario wäre mehr Fragmentierung, damit sich der Markt wieder rein nach dem Konsumentenverhalten entwickeln kann.

Über den Autor

„Ich hab’ die Kampagne schon vorher gekannt“. Mit einigen Jahren in der Werbe- und viel Zeit in der Kommunikationsbranche darf man sich das schon auf die Fahnen schreiben. Ana-Maria ist in diesem Gebiet mit Begeisterung dabei und liebt es, sich mit kreativen Köpfen und Inputs zu umgeben aber noch mehr genießt sie es, solche schaffen zu dürfen und damit einen Mehrwert zu erzeugen. Was dabei raus kommt? – Muss man gesehen haben. Ihr Ziel ist es, das digitale Netzwerken weiter zu bringen und zu zeigen, was man mit Sozialen Netzwerken alles erreichen kann. Ein Bildungsauftrag so zu sagen. Eine Herzensangelegenheit eben.

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