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Michael Hurnaus – tractive

Kategorie: Interviews

Geschrieben von Ana-Maria Birsan

Michael Hurnaus – tractive

Michael Hurnaus von tractive - InterviewWenn man ihn fragt, er solle doch bitte ein „Über dich“ schreiben sieht das folgendermaßen aus:

Studium FH Hagenberg Medientechnik und –design sowie Digitale Medien. Zwischendurch Praktika bei Siemens Corporate Research in Princeton, NJ (USA) sowie bei Microsoft in Redmond, WA (USA). Nach dem Studium bei Microsoft Surface in Redmond, WA (USA) anschließend bei Amazon verantwortlich für Kindle Smartphone Apps und technischer Projektleiter Amazon Kindle Fire. Seit Oktober 2012 Mitgründer und Geschäftsführer Tractive GmbH in Pasching

Wir haben Michael Hurnaus zu einem Interview eingeladen und ihn zu seinem „runtastic für Tiere“ befragt.

Michael Hurnaus Interview – tractive

1. Michael erzählt mal, wie seid ihr auf die Idee „tractive“ gekommen? Das „runtastic für Haustiere“ wird euer Produkt immer öfter gennant … Aus welcher „Not“ (?) bzw. aus welchem Bedürfnis heraus habt ihr die Geschäftsidee entwickelt?

Gemeinsam mit ein paar Freunden haben wir in den USA den ausgebüchsten Hund eines Freundes gesucht. Während der Suche haben wir uns gefragt, ob es nicht technische Hilfen für derartrige Situation gibt. Als wir (nachdem wir den Hund nach 2 Stunden gefunden hatten) online recherchierten, waren wir überrascht, das es hier nicht wirklich brauchbare Lösungen gab. Aufgrund meines technischen Hintergrunds war mir relativ schnell klar, dass man diese Nische mit einem guten Produkt sehr gut bedienen könnte. Über den gemeinsamen Freund Florian Gschwandtner (Runtastic) bin ich dann zu meinen späteren Gründerkollegen Michael Lettner und Michael Tschenruth gekommen. So hat eines zum Anderen geführt und wir haben im Oktober 2012 mit Tractive gestartet.

Kein Tool um Haustiere zu tracken.

2. Euer Unternehmen sitzt in Linz. Es ist kein Geheimnis, dass der „österreichische eCommerce Hotspot“ in Linz Zuhause ist … aber wieso habt ihr euch für den Standort Oberösterreich – Linz entschieden?

Wir waren alle ausnahmslos Oberösterreicher, ein anderer Standort kam nie in Frage. Da uns unsere Mitgründer (die vier Gründer von Runtastic) kostengünstig ein Büro zur Verfügung stellen konnten und die Nähe zu erfolgreichen Gründern und Mentoren immer hilfreich ist, haben wir uns für Pasching entschieden. Das haben wir bis heute nicht bereut.

Internationalisierung bei tractive

3. Was bedeutet für euch Internationalisierung? Ihr habt den Schritt über den großen Teich gewagt. Wie kam es zu der Entscheidung und welche strategischen Auswirkungen hatte diese auf das Unternehmen? Spannend wäre aber auch zu wissen, welche Prozesse und To Do’s haben bei der Durchführung besonders gut funktioniert bzw. welchen Hürden seid ihr gegenübergestanden?

Um im digitalen Business zu bestehen, muss man schnell und international sein. Wir haben von Anfang an unsere Apps und Produkte mehrsprachig aufgezogen und die Hardware-Produkte für viele Länder zertifiziert.  Die größten Hürden waren sicherlich die vielen Vorschriften, wie zb Verpackungsvorschriften und Abfall-Angaben die in jedem Land unterschiedlich sind. Aktuell befassen wir uns mit der automtisierten Export-Meldung für die Statistik Austria. Sicherlich sinnvoll, aber viele dieser Dinge kosten einfach enorm viel Zeit und bremsen schnell wachsende Unternehmen. Da müssen wir in Österreich noch viel lernen, wenn wir zum europäischen Silicon Valley gehören wollen.

 Hardware Know-How aufbauen

4. Begonnen habt ihr als Hardware Startup. Das Know-How, welches in ein solches Projekt fließt kommt nicht von ungefähr. Habt ihr dieses Wissen aus der FH mitgenommen oder euch im Alleingang und Interesse angelernt? Wie sieht es mit dem Sourcing – Aufbau von Tech-Know-How aus – macht ihr alles intern?

Wir haben sicherlich viel Know-How uns unseren Studien mitgenommen. Aber wie es im Leben oft so ist, viele Dinge lernt man nicht aus Lehrbuch, man muss Sie einfach machen. Wir haben viele Dinge einfach probiert und versucht uns mit Leuten die die Materie verstehen zu vernetzen. Wir versuchen möglichst alle Kompetenzen In-House zu haben, einfach um schnell optimieren zu können. Wenn mal alles rund läuft und gut optimiert ist, können wir es immer noch teilweise auslagern.

Investoren bei tractive in Linz – Was ändert sich?

5. Die Pressemeldung ist auch an uns nicht spurlos vorbei gegangen. Ihr habt seit kurzem einen Investor an Board. Welche Aussichten bietet dieser neue „Umstand“ für euch bzw. welche Zukunftserwartungen habt ihr ab sofort?

Die Finanzierung hilft uns, unser Wachstum beizubehalten. Vor allem bei Hardware-Startups ist die Produktvorfinanzierung bzw. das Working Capital immer wichtig. Zudem wollen wir das Marketing zb durch Fernsehwerbung unterstützen. Eines der größeten Herausforderungen bei unseren Produkten ist es, potentielle Kunden darüber zu informieren, dass derartige Produkte überhaupt existieren. Das erfordert natürlich Marketingmaßnahmen, die durchaus kostenintensiv sind.

Michael Hurnaus – die Zukunft des eCommerce in Österreich 

Ein Blick in deine persönliche Glaskugel …

Welchen Wunsch hast du an die österreichische eCommerce und Digitalbranche?

Leider ist es in Österreich immer noch sehr komplex wenn digitale Produkte und Services online (auch ausserhalb der EU) angeboten werden. Abrechnungs- und steuertechnische Hürden aus dem Weg zu schaffen oder zu verringern, wäre ein guter Schritt um eCommerce in Österreich voranzutreiben. Wir sind hier natürlich noch relativ weit hinter den USA, aber der Trend hin zum eCommerce ist unaufhaltsam. Retailer die diesen Trend verschlafen, werden dies schnell merken.

Über den Autor

„Ich hab’ die Kampagne schon vorher gekannt“. Mit einigen Jahren in der Werbe- und viel Zeit in der Kommunikationsbranche darf man sich das schon auf die Fahnen schreiben. Ana-Maria ist in diesem Gebiet mit Begeisterung dabei und liebt es, sich mit kreativen Köpfen und Inputs zu umgeben aber noch mehr genießt sie es, solche schaffen zu dürfen und damit einen Mehrwert zu erzeugen. Was dabei raus kommt? – Muss man gesehen haben. Ihr Ziel ist es, das digitale Netzwerken weiter zu bringen und zu zeigen, was man mit Sozialen Netzwerken alles erreichen kann. Ein Bildungsauftrag so zu sagen. Eine Herzensangelegenheit eben.

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