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Roland Fink – niceshops

Kategorie: Interviews

Geschrieben von Stephan Grad

Roland Fink – niceshops

Roland Fink ist der Mr. Amazon der SteiermarkRoland Fink wurde vor einiger Zeit in den Österreichischen Medien als „Mr. Amazon aus der Steiermark“ bezeichnet und ich finde diesen Vergleich sehr passend – er hat aus einer Idee heraus einen der bedeutendsten Online-Vertriebe in unserem Land aufgebaut mit nunmehr Niceshops – daher freut es mich sehr, Roland heute hier im A-COMMERCE Interview begrüssen zu dürfen.

Roland, erzähl doch einmal unseren Lesern kurz, wie du eigentlich dazu gekommen bist, einen Onlineshop ins Leben zu rufen und wie die ersten Jahre für euch waren?

Ich war früher in der IT-Beratung tätig und hatte schon vor 2005 viele Onlineshops gemacht. Diese Shops konnte ich aber nicht als Beispiele verwenden, um zu zeigen, wie sie funktionieren bzw. vom Backend und den Prozessen her aussehen. Das ging wegen des Kundengeheimnisses nicht. Also hab ich mich dazu entschlossen, einen eigenen Shop zu machen. Diesen konnte ich interessierten Kunden vorführen. Er startete 2006. Das hat relativ problemlos funktioniert. Meine Schwiegermutter machte die Pakete, meine Schwägerin kümmerte sich um die E-Mails. Das Lager war im Keller in Bad Gleichenberg auf zwölf Quadratmetern. Seitdem sind wir immer stärker gewachsen, heute haben wir 5000 m², 3 Standorte und über 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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Gerade in unserer Branche klopfen täglich Dienstleister bei Onlineshop-Betreibern an und möchten ihnen deren Produkte bzw. Dienstleistungen verkaufen – welche Leistungen kauft ihr zu?

Logischerweise alles, was die Serverinfrastruktur betrifft. Das beziehen wir von Hetzner. Dazu kommen das Gebotsmanagement bei Google Adwords und Facebook von intelliad, adcore und smec, die Support-Software von Salesforce, die E-Mail-Services von Amazon und Google Apps, die Hotlines und Telefonanlage von nfon. Wie du siehst, sind wir sehr cloudlastig ausgerichtet, und das halte ich auch für einen wesentlichen Vorteil und einen der Erfolgsfaktoren für unser Unternehmen.

Roland FinkBei niceshops verfolgt ihr eine sehr spannende Unternehmensstrategie, die man inzwischen immer öfter am Markt vorfindet: Ihr baut eure Systeme, beim Shop angefangen, selbst und entwickelt diese auch gemäss euren Wünschen & Prozessen weiter – wie kam es denn dazu?

Ich bin schon immer davon überzeugt gewesen, dass sich Unternehmen nicht einer Software unterwerfen sollen, die Software soll sich vielmehr dem Unternehmen unterwerfen. Deshalb haben wir eine eigene Software entwickelt, die an unsere Prozesse angepasst ist. Wir gestalten sie so, wie wir sie haben möchten.

Beim letzten Online Händler Treffen in Mödling hast du uns ja präsentiert, dass ihr mehr als 1/3 eures Umsatzes in Italien macht – wie war es für euch, nach Italien zu expandieren, es ist ja jetzt nicht gerade das Export-Land Nr. 1 für Österreichische Shops, welche sich zu 95% zuerst nach Deutschland erweitern.

Na ja, wir sind im Dreiländereck zu Hause. Deshalb war es für uns immer schon naheliegend, nicht nur nach Deutschland zu schauen. Einer der ersten Märkte war Slowenien, kurz darauf folgte Italien. Wir haben Internationalisierung schon immer als wesentliche Expansionsmöglichkeit gesehen. Heute sind wir schon in 13 Märkten vertreten und es werden heuer noch weitere folgen.

Roland Fink

Osteuropa hat in den letzten Jahrzehnten in vielen Branchen wie zb der Versicherungs- oder Banken-Branche einen Goldrausch ausgelöst, inzwischen ist man auch dort am Boden der Tatsachen angekommen – umso erstaunlicher, dass sehr wenige grosse Webshop-Betreiber dort Fuss fassen konnten – wie habt ihr es geschafft bzw. was waren auch hier eure grössten Stolpersteine?

Für ein kleines Unternehmen wie unseres war die größte Herausforderung, so banal es klingt, die Eröffnung der Auslandskonten. Vor allem in Ländern mit Fremdwährungen wie Polen oder Ungarn war das nicht einfach. Es hat ewig gedauert, aber auch das haben wir in den Griff bekommen. Der osteuropäische Markt ist für uns generell superspannend, wie wohl wir auch in Märkten wie Bulgarien agieren, in denen wir sicher noch einen langen Atem brauchen, bevor sich unser Engagement lohnt.

Wie siehst du den österreichischen Binnenmarkt für die eCommerce Branche – macht es Sinn als Shopbetreiber, nur lokal aufzutreten?

Nein.

Wenn du einen Wunsch für die österreichische eCommerce Branche frei hättest – welcher Wunsch wäre das?

Amazon und Zalando in den Hintern zu treten. 😉

 

Über den Autor

Mit dem Satz "How hard can it be" lässt sich die Arbeitsweise von Stephan Grad am Besten beschreiben: Moderne eCommerce & Digitalisierungs Strategien werden mit Innovations-Anspruch sowie Hands On Mentalität erarbeitet und anschliessend in mittelständischen Unternehmen in ganz Europa implementiert. Durch die professionelle Arbeitsweise, welche zukunftssichere Lösung für Kunden ermöglicht, hat Stephan A-COMMERCE zu einer der führenden Marken im Bereich eCommerce & Digitalisierung in Europa gemacht.

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