Wenn die Signa Retail von Rene Benko in Deutschland shoppen geht...
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Es war wohl die überraschendste Übernahme in den letzten Monaten in der Branche: Die Karstadt-Mutter Signa Retail übernimmt den deutschen Online-Marktplatz Hood.de und keine Woche später auch die Fashion Mall Mybestbrands. Doch was will der Konzern? Wie passen die Neuerwerbungen ins das bisherige Portfolio?

Die österreichische Signa Holding GmbH, das 1999 von René Benko gegründet wurde, machte sein Geld in erster Linie in Immobilien. Seit einigen Jahren macht der Konzern aber auch im Handel unter dem Namen Signa Retail (seit 2013) und da vor allem in Deutschland Schlagzeilen. Richtig laut wurde es, als Signa Retail die angeschlagene Warenhauskette Karstadt übernahm. Das Traditionswarenhaus kämpfte mit dem digitalen Wandel, online kam man der Konkurrenz nicht hinterher. 2014, ein Jahr nach dem Kauf von Karstadt Sport und Karstadt Premium – jetzt eher bekannt unter dem Namen „The KaDeWeGroup“ – schnappt sich Signa die komplette Warenhauskette Karstadt.

7 Zukäufe in 14 Monaten

Seit dem hat sich viel getan. Signa hat viel Geld in den Umbau der angeschlagenen Kette gesteckt. Nach Unternehmensangaben scheint sich das aber durchaus zu lohnen. Das operative Ergebnis für 2015/16 lag bei 50 Millionen Euro und damit viermal so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Stationär wurde expandiert. Doch ohne eine vollständige Umstrukturierung wären die Erfolge wohl kaum möglich gewesen.

Seit dem folgten sieben Akquisitionen allein in den letzten 14 Monaten. Wie viel Geld der Konzern dafür auf den Tisch gelegt hat, ist nicht bekannt. Wie auch bei den beiden letzten Einkaufen wurde Stillschweigen vereinbart. Spannend ist jedoch, dass Hood.de durch die neu gegründete Karstadt Marktplatz GmbH übernommen wurde (70 Prozent), ein Joint Venture von Karstadt Warenhaus und SIGNA Retail. Die Karstadt Marktplatz GmbH soll rund um das Zukunftsmodell „Marktplatz von morgen“ weitere Partnerschaften und Akquisitionen vorantreiben und folgt damit der Strategie der Signa Retail Gruppe, sämtliche Einzelhandelsbeteiligungen zu Omni- und Cross-Channel-fähigen Marktplätzen auszubauen. Die Übernahme von Hood.de kam deswegen gar nicht so überraschend, wie vielleicht der ein oder andere dachte. Denn wer das eigene Know-how nicht hat, der kauft es eben. Natürlich hätte man auch einen eigenen Marktplatz launchen können, doch das hätte Monate, wenn nicht sogar Jahre gedauert. Und der Markt ist mit den beiden Big Playern Amazon und Ebay und den unzähligen kleineren Marktplätzen ohnehin schon überlaufen.

Hood.de ist profitabel

Aber warum Hood.de? Der Marktplatz gilt als Underdog, der bereits seit 2000 eine eher unauffällige Existenz fristet. Die monatlichen Seitenaufrufe belaufen sich nach T3n Bezug nehmend auf den Analyse-Anbieter Similar Web angeblich auf rund eine Million. Im Vergleich zu Amazon und Ebay extrem wenig. Auch die weiteren Zahlen sind wenig überzeugend, wenn Signa von einem „stark wachsenden Marktplatz“ spricht. So hat Hood.de aktuell fünf Millionen Angebote, 20.000 Kategorien, sieben Millionen Kunden und 5.000 Händler. 2015, so liest man, sollen es aber noch 8.000 Händler gewesen sein. Der GMV soll 39 Millionen Euro betragen haben. Eine Statista-Studie zeigt jedoch, dass Hood.de 2013 einen Außenumsatz von 41 Millionen Euro verbuchen konnte. Ehrlich: Wachstum sieht anders aus. Warum also Hood.de? Vielleicht, weil kein anderer mehr da war, der wenigstens etwas mit in die Waagschale werfen konnte? Immerhin ist Hood.de nach Aussage von Gründer Ryan Hood profitabel. Vielleicht aber hatte Ryan Hood, der übrigens die restlichen 30 Prozent hält, aber auch keine Lust mehr, sich allein durchzuschlagen. Für beide dürfte die Zusammenarbeit gut sein. Hood.de bekommt neuen Rückenwind, mehr Aufmerksamkeit und vor allem mehr Budget. Und Karstadt bekommt seinen eigenen Marktplatz.

Mybestbrands – eine logische Konsequenz

Und gar nicht so anders verhält es sich mit dem neuesten Zukauf von Signa. Mybestbrands wurde von der neu gegründete Signa Luxury Marketplace GmbH übernommen und dürfte für die KaDeWe Group sowas ähnliches sein, wie Hood.de für Karstadt – nämlich der lang ersehnte Online-Traum, der die Position der Gruppe im Premium- und Luxusartikelbereich in Deutschland und Europa im digitalen Bereich untermauern soll. Mit Mybestbrands kann das durchaus auch klappen. Seit 2013 konzentriert sich das Unternehmen ausschließlich auf Modemarken des Premium- und Luxussegments. Ausgewählte Marken wie Burberry, Gucci oder Balenciaga treten mit eigenen Markenshops auf. Für das Jahr 2016 konnte Mybestbrands ein Gross Merchandise Volume (GMV) von rund 100 Millionen Euro verzeichnen.

Die beiden letzten Einkäufe der Signa Retail zeigen sehr deutlich, dass der Konzern angreifen will und vor allem die beiden eigentlich altbackenen Marken Karstadt und KaDeWe weit voranbringen will. Das Kapital dazu ist da – das Know-how jetzt auch. Es bleibt also spannend.