Was ist "barrierefrei" im Internet - Barrierefreiheit Definition
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Barrierefreies Internet - A-Commerce A bis Z

Seit 1. Jänner 2016 müssen in Österreich alle Güter, Dienstleistungen und Informationen, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind, laut Gesetz barrierefrei zugänglich sein – das gilt auch für Webseiten. Denn das Internet ist zu einem fixen Bestandteil unseres Lebens geworden, in dem wir uns informieren, mit anderen kommunizieren, diverse Geschäftstätigkeiten erledigen oder unsere Waren bestellen. Für blinde, körperlich oder kognitiv eingeschränkte oder ältere Menschen ist diese Nutzung allerdings oft schwierig, da für sie das multimediale Medium zahlreiche Barrieren birgt.

Was genau können Barrieren sein?

Eine Barriere ist allgemein eine Schranke, die einen Weg versperrt. Demnach kann bereits die notwendige Nutzung einer Maus eine Barriere zur Verwendung des Internets darstellen, wenn man etwa keine Arme oder eine Armverletzung hat. Aber auch nichtbeeinträchtigten Usern sollen spezielle Schranken nicht auferlegt werden, wie etwa verpflichtend gewisse Hard- oder Softwarekonfigurationen verwenden zu müssen oder ganz allgemein Plattform- oder Betriebsystemabhängigkeiten.

Grob unterscheidet man zwischen inhaltlichen und technischen Barrieren, durch die einem der Zugang zum World Wide Web erschwert werden kann.
Inhaltliche Hürden beim Lesen von Webseiten können etwa schwierige Formulierungen, mit vielen Fremdwörtern angereicherte Texte oder Texte mit kompliziertem und zu langem Satzbau sein.
Technische Barrieren betreffen im Prinzip die Benutzerfreundlichkeit (Usability) von Webseiten. Hierunter fallen z.B. schlecht lesbare Inhalte wegen kleiner Schrift, ungünstige Farbkontraste (Farbenblindheit) oder reine Audio-Elemente, die von Hörgeschädigten nicht konsumiert werden können.

Was ist Barrierefreiheit im Internet?

Abbau von Barrieren

Menschen mit Beeinträchtigungen sind von Vornherein auf spezielle Aufbereitungen der digitalen Inhalte angewiesen, damit sie die verschiedenen Webangebote nutzen können. So müssen sich etwa blinde oder sehbehinderte User die Webseiten über Software vorlesen oder in Braille-Schrift ausgeben lassen und gehörlose Menschen benötigen besondere Darstellungsformen z.B. in Gebärdensprache.

Hundert Prozent Barrierefrei wird man wahrscheinlich schwer erreichen können, weshalb sich in Fachkreisen auch der Begriff „zugängliche Webseitengestaltung“ etabliert hat. Mit dem Wissen um mögliche Barrieren, der Berücksichtigung der speziellen Aufbereitungsformen für beeinträchtigte Menschen und einigen darauf abgestimmten Maßnahmen können Barrieren aber zumindest weitgehend abgebaut werden. Solche Maßnahmen können sein:

  • Übersichtliche Navigation
  • Trennung von Inhalt, Funktion und Layout, damit beim Vorlesen durch den Screenreader nur der Inhalt und keine Zusatzinformationen weitergegeben werden
  • Möglichkeit der Schrift- oder Kontraständerung
  • Passende Farbverwendung, z.B. Vermeiden von Rot auf Grün
  • Beschreibung multimedialer Inhalte mit Alternativtexten, damit etwa blinde oder sehbehinderte Menschen die Inhalte der Bilder erfassen können
  • Leicht verständliche Sprache oder zusätzliches Anbieten von „Leichter-Lesen“-Versionen
  • Navigation und Inhalte sind auch mit der Tastatur ansteuerbar, nicht nur über die Maus
  • Vorliegen der Webseite in zumindest einer Alternativ-Sprache (z.B. Englisch als Universalsprache)

Zusätzliche Vorteile von barrierefreien Webseiten

Barrierefreie Online-Angebote sind von Vornherein suchmaschinenoptimiert, da Google & Co. Webseiten ähnlich wie sehbehinderte User wahrnehmen und meist nur reinen Text auswerten können. Multimedia-Inhalte bleiben ihnen – wenn keine Alternativ-Beschreibung in Textform vorliegt – großteils verborgen. Zudem können Suchmaschinen schlanken HTML-Code einfacher und schneller erkennen.

Auch die Usability ist bei barrierefreien Webseiten für alle Endbenutzer meist generell höher: Durch den optimierten HTML-Quellcode ergeben sich kürzere Ladezeiten, der Inhalt lässt sich besser auf mobilen Endgeräten darstellen, die Struktur ist einfacher und besser nachvollziehbar und die Navigation ist intuitiver und damit benutzerfreundlicher.

Umsetzungsstandards

An den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) der Web Accessibility Initiative (WAI) kann man sich orientieren, wie eine Website gestaltet sein sollte, damit sie für alle zugänglich ist. Dabei werden drei Konformitätsstufen unterschieden: die Minimalerfüllung „A“, die nächste Stufe „AA“ und der höchstmögliche Standard „AAA“.