Amazon Books – hingehen & angreifen & so

Kategorie: News

Geschrieben von Ana-Maria Birsan

Amazon Books – hingehen & angreifen & so

Was haben der Online Riese Amazon und der Begriff Multi-Channel gemeinsam? Eigentlich nichts, möchte man meinen. Nicht mehr seit dieser Woche.

Amazon eröffnet den ersten stationären Shop ever

Die vollausgestattete Filiale in Seattle US hat mit dem eigentlich gewohnten, aber für die bisherigen Kunden neuen Konzept für Aufsehen gesorgt. Das Design – stilecht und modern. Ein Ort zum Wohlfühlen. Braune Ledersessel, helle Massivholzregale, dunkler Stein, Parkettboden und Akzente durch moderne Stilelemente in schwarz. Vergebens musste man nach Preisschildern suchen. Die gab und gibt es nämlich im gesamten Store nicht. Bücher aller Art findet man an dem neuen Standort. Geordnet nach Altersklassen, Genres und Buch-Arten findet man sich wie in jeder anderen Buchhandlung zurecht. Ungewohnt darüber zu schreiben / sprechen, geschweige denn sich so etwas von Amazon vor Augen zu führen. Die Pilotfiliale befindet sich im University Village von Seattle und hat unter anderen Microsoft und Apple als Nachbarn.

Vernetzung – digitale und analoge Welt

Wer hätte das perfekte Know How, die Strategie und die Infrastruktur und wer könnte es somit nicht besser vorzeigen, als Amazon? Nicht nur Bücher finden sich auf den Verkaufsflächen wider. Auch Gadgets jeglicher Art (Kindle und Co.) sind im Shop ausgestellt. So ganz ohne geht es dann auch für Amazon nicht. Wäre auch nicht authentisch genug. Ausserdem hat der Online Riese viel mehr in petto, als man sich das vorstellen könnte.

Die Strategie und Vision des Einzelhandels für Amazon ist klar. Eine Vernetzung der digitalen und analogen Welt für die Laufkundschaft schaffen. Ein Beispiel ist, dass aktuelle Neuheiten jede Woche neu sortiert werden. Das Ranking erfolgt nach den Top-Vorbestellungen.

Die Kundenrezensionen, die wir oft auf Amazon hinterlassen nimmt sich der Konzern zum Anlass um sein Sortiment im stationären Handel auszuwählen. Nur Bücher mit guten Rezensionen kommen in den Store. 4,8 und mehr Sterne muss ein Buch vorweisen können um überhaupt in die „heiligen Hallen“ des Shops zu kommen.

Cross Selling durch Reduktion

Wie schon eingangs erwähnt, sucht man in diesem Shop lange und ohne Erfolg nach Preisschildern. Es gibt auch immer nur ein einziges Exemplar eines Buches im Shop. Bemerkung am Rande – Die Lagerkosten reduzieren sich somit auf ein Minimum. Aber das macht nicht die Reduktion aus. Sondern der Ansatz des eigentlichen Kauferlebnisses.

Hat man sich nun als Kunde für ein Buch entschieden und es auch in der Hand gehabt, gespürt und lieben gelernt passiert folgendes. Jedes Buch hat einen EAN-Code, der mir der Amazon App verbunden ist und man somit direkt in der App zum gewünschten Produkt kommt. Dort kommen Preise, Beschreibung (soweit noch gebraucht) und Rezensionen ins Spiel. Klares Ziel von Amazon: Push the App!

E-Reader und E-Books sind im gesamten Store vertreten. Die Werbung hat auch hier ihren Platz. Neben dem gewohnten Bücher stöbern am E-Book läuft auch Promotion. Was für eine Chance für das Amazon Werbenetzwerk sich zu positionieren! Aufsehen erwecken und die einmalige Chance nutzen bei dem neuen Geschäftsmodell erstmalig dabei zu sein. Neben E-Readern und E-Books befinden sich in jedem Regal auch Kindle. Natürlich sind Bücher und Kindle lückenlos aufeinander abgestimmt. Hörbücher und Filmrezensionen finden sich auf den Devices ebenfalls wider.

Amazon Books – Zukunftsmusik?

Der Online Riese scheint nicht nur bei diesem einen Pilotshop bleiben zu wollen. Es heisst, dass Konzepte für weitere Rollouts bereits parat stehen aber nichts konkretes geplant sei. VP Jennifer Cast sagt im Gespräch mit Geekwire, dass sie sich sicher ist, dass der Erfolg der ersten Filiale auf weitere Projekte überschwappen wird.

Über den Autor

„Ich hab’ die Kampagne schon vorher gekannt“. Mit einigen Jahren in der Werbe- und viel Zeit in der Kommunikationsbranche darf man sich das schon auf die Fahnen schreiben. Ana-Maria ist in diesem Gebiet mit Begeisterung dabei und liebt es, sich mit kreativen Köpfen und Inputs zu umgeben aber noch mehr genießt sie es, solche schaffen zu dürfen und damit einen Mehrwert zu erzeugen. Was dabei raus kommt? – Muss man gesehen haben. Ihr Ziel ist es, das digitale Netzwerken weiter zu bringen und zu zeigen, was man mit Sozialen Netzwerken alles erreichen kann. Ein Bildungsauftrag so zu sagen. Eine Herzensangelegenheit eben.

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