Digitaler Identitätsshift bei den ganz Großen

Kategorie: News

Geschrieben von Ana-Maria Birsan

Digitaler Identitätsshift bei den ganz Großen

Google hat es gestern bekannt gegeben. Eine neue Over-All-Marke soll her. (Noch) Google CEO Larry Page beschreibt in einem offiziellen Statement: „Our company is operating well today, but we think we can make it cleaner and more accountable. I am really excited to be running Alphabet as CEO with help from my capable partner, Sergey, as President.“

Man soll diejenigen machen lassen, die Ahnung haben.

Alphabet ist ein Zusammenschluss von mehreren Unternehmen, unter welchen Google natürlich das Größte ist und bleiben wird. Bisher wurden zB. die Gesundheits-Services von Google wenig bis kaum beachtet. Das soll sich nun ändern. Alphabet möchte für jede kleine Entity einen starken CEO einsetzen, der die einzelnen Marken vorantreibt aber auch einen besonderen Mehrwert für das große Ganze bringt. Die neue Struktur soll den Fokus auf die außergewöhnlichen Möglichkeiten von Google & Co. legen.

„Alphabet is about businesses prospering through strong leaders and independence.“

Vor allem Larry Page und Sundar Pichai wollen sich auf die Innnovation und Entwicklung neuer Google Produkte konzentrieren. „Grenzen erweitern“ nennen sie es in ihrer Vision für die Zukunft. Ihre Mission bleibt aber eine Eindeutige – die weltweite Informationskultur zu prägen, weiter zu entwickeln und bis zu einem gewissen Grad auch zu steuern. Ist auch kein Geheimnis mehr.

Google zeigt, wie wichtig es ist, eine klare Strategie zu verfolgen und anhand dessen weitere Geschäftsfelder aufzubauen oder auszubauen. Der Konzern schafft es mit einer Perfektion, die selten ein anderes Unternehmen an den Tag legt –Strategien in der Umsetzung verständlich für alle Mitarbeiter und das gesamte Umfeld an Stakeholdern und Zielgruppen zu machen.

 Zalando in der Identitätskrise

Zalando in einer Identitätskrise?

Vor gut zwei Monaten ist Zalando mit der Partner-App AMAZE in die App-Stores gegangen. Ein neuer (nennen wir es mal) Service des Konzerns, um User Generated Content an die Shopper zu bringen. Man kann in der App verschiedenste Looks aus der ganzen Welt durch-zappen und sich seine eigene „Wishlist“ erstellen.

Mit einer kurzen Fingerbewegung kann man entscheiden, ob einem der angezeigte Look gefällt – oder eben nicht. Ein Algorithmus im Hintergrund merkt sich natürlich jedes einzelne Outfit und generiert eine eigene Stilrichtung – auf den User zugeschnitten.

Wie sich Zalando hier einbringt? Logischerweise gibt es in der App einen integrierten Online Shop, der by the way erwähnt wirklich sehr gut gelöst ist. Der Schritt wo man zur Auswahl der Produkte kommt lässt jedes Shoppingqueen-Herz höher schlagen. Mehr Auswahl und Kombinations-Vorschläge gibt es sonst nirgends in dieser ausgeprägten Art und Weise. Beide Daumen hoch!

Das absolute Highlight und dafür „Hut ab“ ist die Verbindung zu Social Media Kanälen. Ja, diese Art von Social Shopping gibt es zu Hauf. Trotzdem ist Amaze besonders. Fast jedes Outfitbild ist von einer (echten) Person geshootet und die Verbindung zu deren Instagram-Account ist auch gegeben. Bloggerexpertise und Fashion-Know-How auf höchstem Niveau. Tolle Sache, da man sich hier die anderen und etwas mühsameren Plattformen dieser Art (zB. http://liketoknow.it/) gleich sparen kann.

  Swipe Bewegung - Algorithmus       Shopping App mit Algorithmus    Shopping mit AuswahlApp mit Instagram Feeds

Die App an sich ist ja schön und gut. Doch was hat es mit den anderen „Services“ von Zalando auf sich? Den Überblick haben Shopper und Zalando-Anhänger mittlerweile auch schon verloren.

Curated Shopping

Begleitung bei shoppingZalando bietet die Möglichkeit zum „betreuten Shopping“. So wie es Outfittery (http://www.outfittery.at), Modomoto (http://www.modomoto.de) und Kisura (http://www.kisura.de) schon lange machen. Nur jetzt ist es eben Zalando – der Online Händler, dem Mann und Frau vertrauen.

Man muss zugeben, dass Zalando auch hier gute Arbeit geleistet hat. Von Target Audiences über Styling Tools ist auf der Plattform alles mitinbegriffen, was das eigene Shoppingerlebnis mit Sicherheit minimiert. Der größte Vorteil? Zeitersparnis, keine Konflikte mehr á la „Oh nein, welches Shirt passt du den Schuhen und der Tasche“ und die Gewissheit, dass man gut beraten wurde. Wird hier etwa die Brücke zum stationären Handel gelegt? Definitiv!

 Ausgewähltes Shopping Erlebnis

Wohin führt der Service Wahnsinn?

Trotz der guten Ansätze und der tollen Umsetzung dieser und anderer Zalando Services scheint es, als würde sich der Konzern nicht ganz sicher sein, worauf sie sich nun konzentrieren möchten. Ganz nach dem Motto „Schauen wir mal, was besser funktioniert“.

Google hat es mit Google+ zugeben müssen. Wann wird Zalando das „Scheitern“ eines ihrer Services zugeben? Too much Information und Services sind beim persönlichen Shoppingerlebnis dann doch ein Abturn-Faktor.

Vor allem emotionales Shopping, welches bei Zalando – vor allem für die weibliche Zielgruppe- perfekt gegeben ist, wird zwar mit Amaze Spaß machen, aber bei Curated Shopping ausbleiben.

Über den Autor

„Ich hab’ die Kampagne schon vorher gekannt“. Mit einigen Jahren in der Werbe- und viel Zeit in der Kommunikationsbranche darf man sich das schon auf die Fahnen schreiben. Ana-Maria ist in diesem Gebiet mit Begeisterung dabei und liebt es, sich mit kreativen Köpfen und Inputs zu umgeben aber noch mehr genießt sie es, solche schaffen zu dürfen und damit einen Mehrwert zu erzeugen. Was dabei raus kommt? – Muss man gesehen haben. Ihr Ziel ist es, das digitale Netzwerken weiter zu bringen und zu zeigen, was man mit Sozialen Netzwerken alles erreichen kann. Ein Bildungsauftrag so zu sagen. Eine Herzensangelegenheit eben.

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