eCommerce: Deutschland vs. Österreich

Kategorie: News

Geschrieben von Stephan Grad

eCommerce: Deutschland vs. Österreich

Der österreichische eCommerce wird immer mal wieder belächelt. Es wird behauptet das er 4-5 Jahre hinter dem deutschen Markt hinterher hängt und dass alles noch etwas unprofessionell ist. Aber stimmt das wirklich? Unser Mitarbeiter Henning Adam ist deutscher und lebt seit 2 Jahren in Wien. Seine ganz persönlichen Erfahrungen als „Hardcore Online Shopper“ schildert er hier:

Vor 2 Jahren bin ich aus dem deutschen Münsterland zu meiner Frau nach Wien gezogen. In Deutschland habe ich wirklich alles online gekauft – von der Waschmaschine über Bücher bis zur Zahnpasta. Die erste große Umgewöhnung direkt nach meiner Auswanderung fand jeden Samstag statt, wenn ich enttäuscht vor unserem leeren Briefkasten stand. „Schatz, Samstags kommt keine Post“ musste mir mehrere Wochen lang meine Frau – halb lachend, halb Kopfschütteln – antrainieren.

Zu dem Zeitpunkt befürchtete ich schon, dass die 24 Stunden Liefergarantie von Amazon Prime an einem Freitag wohl nicht eingehalten werden kann. Dass es Amazon Prime zu dieser Zeit noch gar nicht in Österreich gab war dann der nächste Schock für mich. Ich hatte mich doch schon so sehr daran gewöhnt, dass meine Zahnpasta für 1,99 EUR innerhalb von 24 Stunden per Expresslieferung kostenlos bis zu meiner Haustür geliefert wird. Unnötig? JA!  Wenig sinnvoll? SOWIESO! Aber,  mit den Worten von Deichkind: LEIDER GEIL!

Deutschland vs. ÖsterreichDie nächsten Monate und Jahre im österreichischen Commerce waren für mich ein auf und ab. So durfte ich bei meinen Bestellungen in österreichischen Shops sehr freudige Erfahrungen wie eine sehr schnelle Lieferung bei günstigen Preisen innerhalb von 24 Stunden sammeln (Danke an expert24.at und an e-tec.at). Ich erlebte aber auch die Schattenseiten der Diskriminierung von österreichischen Kunden in deutschen Onlineshops. So sind die „Deals der Woche“ aus dem, von mir noch in Deutschland abonnierten, Cbyerport-Newsletter im österreichischen Cyberport-Onlineshop einfach nicht gültig oder deutlich teurer.
Noch schlimmer ist es am „Black Friday“. Der Black-Friday Rabatt galt in vielen Fällen immer nur für den deutschen Shop. Hier habe ich tatsächlich Produkte an Freunde in Deutschland schicken lassen, und diese dann gebeten, die Sachen per Paket an mich nach Wien weiterzusenden. Das war unterm Strich immer noch viel günstiger als eine Bestellung aus Österreich.

Zudem sind die Lieferzeiten bei deutschen Shops aufgrund der internationalen Lieferung grundsätzlich 1-2 Tage länger als bei Bestellungen in Österreich. Leider kommt man aber oft nicht an Bestellungen aus Deutschland drum herum, weil es einfach nicht so viele (gute) österreichische Shops gibt.

Grundsätzlich kann man meine Erfahrungen im österreichischen E-Commerce wie folgt zusammen fassen:

  • es gibt österreichische Online-Shops die schnell, günstig und professionell arbeiten und den deutschen Shops im nichts nachstehen. Nur leider noch zu wenige.
  • Viele deutsche Shops agieren immer noch sehr national. So werden Kunden aus Österreich preislich benachteiligt und müssen mit Lieferzeiten von bis zu einer Woche rechnen.

Daher hier, anstatt eines Fazits, die Wunschliste eines in Österreich lebenden deutschen „Hardcore Online Shoppers“:

  • Österreichische Händler: Traut euch einen professionellen Online-Shop aufzubauen. Ihr könnt es und es lohnt sich da der Markt noch lange nicht gesättigt ist!
  • Deutsche Online-Shops: Bitte sorgt für internationale Preistransparenz!
  • Amazon: Schön, dass Ihr Prime nun auch in Österreich anbietet. Ihr seit hier aber immer noch 2 Tage langsamer als in Deutschland… sprecht da mal mit der Post…
  • Österreichische Post: Bitte stellt mir Briefe und Pakete auch Samstags zu… der Post/ Paketbote bekommt auch jeden Samstag einen Kaffee von mir;-)

Und nun noch mein ganz persönliches Fazit zum Titel Deutschland vs. Österreich: Ich mag Österreich sehr und möchte nicht mehr zurück. Und ich habe es mir angewöhnt, auch einfach mal wieder im stationären Handel vorbei zu schauen:-).

Über den Autor

Mit dem Satz "How hard can it be" lässt sich die Arbeitsweise von Stephan Grad am Besten beschreiben: Moderne eCommerce & Digitalisierungs Strategien werden mit Innovations-Anspruch sowie Hands On Mentalität erarbeitet und anschliessend in mittelständischen Unternehmen in ganz Europa implementiert. Durch die professionelle Arbeitsweise, welche zukunftssichere Lösung für Kunden ermöglicht, hat Stephan A-COMMERCE zu einer der führenden Marken im Bereich eCommerce & Digitalisierung in Europa gemacht.

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