Andreas Kreickmann Archive | A-COMMERCE
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Chance, aber auch Herausforderung für Unternehmen

Auch im eCommerce heißt es: Auf zu neuen Ufern und Umsatz jenseits der Landesgrenzen generieren. Aber welche Aspekte müssen bei der Internationalisierung berücksichtigt werden, um den reibungslosen Ablauf vor Ort garantieren zu können / zu gewährleisten? Im Rahmen dieses Vortrages werden die klassische „Stolpersteine“ im internationalen Fulfillment aufgezeigt sowie die zugehörigen Chancenansätze vorgestellt und Empfehlungen zur praktischen Umsetzung gegeben.

Andreas Kreickmann ist Speaker am A-COMMERCE Day

Fulfillment im eCommerce - A-COMMERCE DayAndreas Kreickmann ist für den Vertrieb der PVS Gruppe, einem führenden Dienstleister der Fulfillment-Branche mit Hauptsitz in Neckarsulm, verantwortlich. Das Unternehmen verfügt über Standorte in Deutschland, Italien und den Niederlanden und ist Mitbegründer des internationalen Netzwerks „F4E-Fulfillment for Europe“. Er ist seit 1998 im Bereich Versandhandel & eCommerce tätig und verfügt sowohl über vertriebliche als auch operative Erfahrung. Nach seinem Studium der Betriebswirtslehre hat er die Vertriebsstrukturen des Handels kennen gelernt, sodass ihm daraus in Verbindung mit den Onlineprozessen eine profunde Multi-Channel-Expertise erwachsen ist.

team_kreickmannIn unserer eCommerce Branche gibt es neben der Kundenorientierung einen extrem grossen Baustein – das ist die Prozessorientierung. Denn ein guter Shop hilft nichts, wenn das Paket nicht zeitgerecht beim Kunden ankommt bzw. es beim Retourenmanagement zu grösseren Problemen kommt.

Daher freut es mich sehr, heute Andreas von PVS im A-COMMERCE Interview begrüssen zu dürfen, der uns einige Einblicke in die täglich Arbeit eines Fullfilment Anbieters geben kann.

1. Andreas, für eCommerce Anfänger bzw. Außenstehende klingt Logistik & Fullfilment nach einer eigentlich simplen Tätigkeit – Bestellung kommt an, Ware wird eingepackt, zur Post gebracht… fertig. In der Realität stellen sich jedoch gerade bei einer wachsenden Anzahl an Bestellungen grosse Probleme für viele Händler ein. Erzähl doch mal, wie ihr  diese Prozesse angeht?

Eine gute und professionelle Projektplanung bei neuen Geschäftsmodellen bzw. Entwicklungen ist das A und O des späteren Erfolgs des Online-Business. Hier legen wir sehr großen Wert auf das Prozessdesign, die Entwicklung gemeinsamer Schnittstellen und – last but not least – ein ausreichendes Testszenario. Erst wenn dies erfolgt und dokumentiert ist, geht das entsprechende Projekt „live“. Darüber hinaus prüfen wir unsere Operations permanent auf Zukunftssicherheit und Skalierbarkeit. Dies sind – neben wirtschaftlichen Überlegungen – einige der Hauptgründe, warum unsere Kunden ihre Fulfillmentprozesse auslagern.

2. In vielen Gesprächen mit Händlern hören wir „Lagerung & externen Versand machen wir, wenn wir mal 5.000 Pakete im Monat versenden“ – Du als Branchenexperte, ab wann sollte man deiner Meinung nach mit einem externen Fullfilment-Anbieter zu arbeiten beginnen? Oder macht es gar schon vom Start weg Sinn, sich auf die eigenen Fähigkeiten als Shopbetreiber zu konzentrieren?

Ich würde diese Zahl auf 1.000 Pakete pro Monat senken. Unter dieser Sendungsmenge macht ein Outsourcing langfristig wenig Sinn, da auch in unserem Tagesgeschäft eine Reihe fixer Kosten entstehen (Key Accounting, Reporting, QS etc.), die wir weitgehend variabilisieren möchten, um für unsere Kunden eine größere Attraktivität, Transparenz und Planbarkeit zu ermöglichen. Dies setzt natürlich ein gewisses Mindestvolumen voraus, das aber bei entsprechender „Ernsthaftigkeit“ des Vorhabens auch erreicht werden sollte. In einem solchen Fall sind wir gerne bereit, erfolgsversprechende Modelle von Beginn an zu unterstützen.

3. Jetzt ist es ja noch „recht“ einfach, den Heimatmarkt zu bedienen – aber gerade in den letzten 12 Monate ist das Thema Internationalisierung aufgrund einer gewissen Marktsättigung in Deutschland, aber auch hier bei uns in Österreich im eCommerce Bereich immer wichtiger geworden – welche Stolpersteine kann es hier aus eurer Sicht geben?

Die „Stolpersteine“ sind Sprache, Skalierbarkeit und landesspezifisches E-Commerce Know-How. Während bspw. in Deutschland und Österreich die „offene Rechnung“ das bei den Endkunden präferierte Zahlungsmittel ist, spielt dies in Italien gar keine Rolle. In den südlichen europäischen Ländern – wie im Übrigen auch in Russland – greift man eher zur Nachnahme als probates Werkzeug. Ein mehrsprachiger Kundenservice muss sowohl qualitativ als auch quantitativ in der jeweiligen Landessprache unter Berücksichtigung der jeweiligen Mentalitäten gewährleistet werden. In diesen Bereichen hat unser Unternehmen in den letzten Jahren massiv investiert. Wir möchten unsere Händler bei deren Internationalisierungsbemühungen unterstützen. Das Motto lautet hierbei: „Think globally – act locally“.

4. Aus meiner persönlichen Sicht ist gerade Automatisierung einer jener Gesichtspunkte, bei denen man gute & weniger gute Online Händler unterscheiden kann – je mehr automatisiert über Systeme laufen kann, desto eher kann ich mich auf Marken-Aufbau bzw. Marketing konzentrieren und kann mein Business skalieren – wie sieht hier euer Setup aus?

Unsere Kunden legen hohen Wert auf sichere und moderne Schnittstellen. Hierbei spielen vor allem Webservices und EDI-Transaktionen eine große Rolle. Wir bieten diese „State-of-the-Art-Lösungen an, sind mit den geläufigsten Shopsystemen verbunden und bieten integrierte Dienstleistungen auf Basis einer hochperformanten Softwareplattform an. Unsere Kunden erhalten zeitnahe Updates zu allen relevanten Informationen (z.B. Bestände, Trackinginformationen, Kundendaten etc.)

5. Wenn du einen Wunsch für den (österreichischen) eCommerce Markt frei hättest, welcher wäre denn das?

Es ist an der Zeit, dass dem E-Commerce die Anerkennung als Standard-Vertriebskanal zukommt, die er verdient hat – dies gilt auch im Licht der zukünftigen Entwicklung der Handelslandschaft. E-Commerce ist nicht mehr wegzudenken.