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Der erste Kommentar zur Roland Berger Studie

Digitaler B2B Vertrieb

Erster Kommentar zur Roland Berger Studie

Zum Start der Roland Berger Studie „Die digitale Zukunft des B2B Vertriebs“ wird angeführt, dass nur 60% der Unternehmen glauben, dass eine Digitalisierung der Vertriebsstruktur für ihren zukünftigen Erfolg ausschlaggebend ist – das ist spannend, denn im Umkehrschluss heißt das, dass 40% der befragten Unternehmen in den kommenden Jahren einfach aussterben werden.

Der digitale Vertrieb, egal ob im B2C oder im B2B Bereich, ist heutzutage nicht mehr wegzudenken – denn Konsumenten, egal ob als Privatperson oder als Unternehmenseinkäufer, wollen nicht mehr auf Vertriebsmitarbeiter oder Branchenmessen angewiesen sein, um sich über neueste Trends zu Produkten oder Entwicklungen zu informieren. Man möchte heute live und am Besten in Echtzeit seine Informationen abrufen können – als perfektes Beispiel gelten hier Hersteller von Smartphones oder Tablets, die ihre Kunden schon Monate vor dem Release mit ersten Produkt Informationen füttern, um somit die Spannung aufrecht zu erhalten und Kunden noch stärker an das Unternehmen zu binden.

Viele Unternehmen aus dem Mittelstand haben bis dato Angst, ihre Produkte vorab schon dem Kunden schmackhaft zu machen bzw. produktspezifische Informationen bereit zu stellen – meist mit der Begründung, dass man es dem Mitbewerber nicht so einfach machen will, an eben jene Daten zu kommen. Dies ist aber ein Trugschluss – wenn ein Mitbewerber Daten bekommen möchte, wird er es so oder so schaffen, egal ob durch Mistery Shopping, Beziehungen oä.

Diejenigen, die man damit verschreckt, sind interessierte potentielle Kunden!

Weiters ist wichtig zu wissen: Wenn ich als Unternehmen meine Produkte / Dienstleistungen nach bestem Wissen und Gewissen erbringe und der Kunde für mich im Fokus steht, warum sollte ein Unternehmen dann nicht mehr bei mir kaufen? Diese Angst muss nur dann gegeben sein, wenn die entsprechende Qualität oder die Kundenfokussierung nicht gegeben sind!

Hollar - erster Ramschladen Online

Wir kennen sie alle noch. Die 10 Schilling Shops (heute ist es der 1 EURO Shop), wo kleine Kinder mit ihrem Taschengeld die ehrlichsten Geschenke für Mama, Papa, Oma und Co. gekauft haben. Produkte jeder Art waren dabei – wenn gewisse Artikel in einem Deko-Shop zu teuer waren, hat man sich schnell beim 10-Schilling Shop in der nächsten Straße angesehen, ob es eine preiswertere Alternative dazu gibt. Diese 10-Schilling Shops waren auch die Vorgänger der heutigen Bastel-Geschäfte. Kindheitserinnerungen, die in einer analogen Welt nicht mehr so gut funktionieren, wie sie es vor 15 Jahren getan haben.

Haben 10-Schilling Shops die Digitalisierung verschlafen?

Finding Dory MerchandisingKeineswegs! Wenn wir einmal über den großen Wasserteppich sehen, gibt es ein Vorzeigebeispiel, wie diese vermeintlichen Ramschläden es in die Digitalisierung geschafft haben. David Yeom heißt der Mann, der Hollar gegründet hat. Hollar ist ein „Dollar-Shop“ aus den USA, der innerhalb eines halben Jahres ein monatliches Wachstum von 50% zu verzeichnen hat. Im April 2016 verkaufte der Billig-Online-Shop Produkte im Wert von 1 Million USD.

Der Unternehmer und sein Team sind mittlerweile soweit, dass sie eigene Produkte (passend zum Sortiment) herstellen möchten. Das Geschäftsmodell scheint aufzugehen. In diesem Dollar Shop findet der Konsument übliche Haushaltsgegenstände, Geschenke, aber auch Beauty-Produkte und Bastelartikel zu einem Bruchteil des Original-Preises. Nicht alle Produkte sind „made in China“. Auch originale Disney Spielwaren finden sich im Sortiment wieder. Hier fällt sehr positiv auf, dass das Sortiment sehr up-to-date ist. Aktuell befinden sich im Shop diverse Merchandising-Produkte zum neuen Pixar Film „Finding Dory“.

Hollar Online Shop

Sortiment und Angebote Hollar Online Shop

Ramschladen Online – Hollar aus den USA

Alles ändert das Smartphone

In den letzten Jahren hat sich das Einkaufsverhalten von Kunden sehr geändert. Wir berichten oft darüber. Händler stehen nicht nur einem hohen Preis-Druck im Internet gegenüber, sondern auch den Komponenten, die im stationären Handel durch Personal und persönlichen Service abgedeckt werden. Der Kundenservice ist somit im Online Handel ein großes und vor allem wichtiges Thema! Hier schwört das Unternehmen auf direkte Ansprache – dem so genannten (Re-)Targeting. „Wir wollen vor allem Müttern das Einkaufen erleichtern“, so CEO Yeom. Millenials kaufen bereits (fast) nur mehr online. Die Zielgruppe der typischen American-Housewife wurde noch zu wenig bedient. Auch diese greifen in freien Minuten zum Smartphone, was sich in den Analytics des Hollar Shops widerspiegelt. 80% der Zugriffe kommen von mobile Devices und wiederum 80% dieser mobilen Zugriffe stammen aus Mittelamerika.

Hollar’s Bestseller ist ein Unicorn

eCommerce mal anders - hollar zeigt es vorEine Zielgruppe, die das Unternehmen sehr gut kennen gelernt hat und sich dementsprechend anpasst. Der Verkaufsschlager im Shop ist wider Erwarten kein Haushaltsutensil, sondern ein „light-up-unicorn-pillow-pet“. Hollar verkauft 1.000 Stück davon am Tag.

Ein weiterer Pluspunkt, der FÜR denn Shop steht, ist, dass Konsumenten nicht nur einen Artikel pro Einkauf in den Warenkorb legen. Hollar schreibt einen Mindesbestellwert von 10 USD vor. Der Gründer war anfangs sehr skeptisch gegenüber eines Mindestbestellwertes, doch eine Person aus seinem Advisory Board hat ihm versichert, dass Kunden im Shop mit über 20.000 verschiedenen Produkten durchscrollen werden und die Warenkörbe in Null-Komma-Nichts gefüllt sein werden. Gesagt, passiert – das Unternehmen verzeichnet nämlich genau dieses Käuferverhalten in ihrem Shop. Somit beträgt der durchschnittliche Warenkorbwert 30 USD pro Einkauf. Der größte Einkauf betrug 963 USD – der Kunde kaufte 300 Artikel.

David Yeom – CEO Hollar Online Shop

Das persönliche Erfolgsrezept des CEO’s von Hollar ist – „I kept my eyes open, listening, embracing, learning, asking ans challenging myself.“

Gernot Fortunat

KPH_2209bkDie Erweiterung von Geschäftsfeldern sehen wir bei vielen eCommerce Unternehmen in Europa – und wie wir sehen, geht nun auch die Kelag einen weiteren Schritt auf ihre Kunden zu und springt auf den Versorgungs-Trend im Bezug auf Elektro-Mobilität und Smarthome mit einem eigenen Online-Shop auf.

Wir haben heute Gernot Fortunat, der dieses Projekt aufgebaut hat, im A-COMMERCE Interview.

1) Gernot, die Kelag als Strom- und Energieanbieter ist bei den meisten Bürgern in Österreich jetzt nicht unbedingt mit den Attributen wie innovativ oder online verknüpft, auch wenn der Trend klar zum Elektro-Fahrzeug oder auch Haus-Automatisierung geht – wann war für euch klar, dass auch ihr euch näher an den Kunden bewegen und auch Produkte bzw. Services online verfügbar machen müsst?

Die Fakten zeigen hier ein anderes Bild: Die Kelag war zum Beispiel nach der Strommarktliberalisierung im Jahr 2001 der erste österreichische Energieversorger mit Online-Rechnung und auch im Bereich mobile Website bei den absoluten Vorreitern. Als einziger österreichischer Energieanbieter nehmen wir regelmäßig an der größten deutschen Branchen-Benchmarkstudie teil und schafften es zuletzt sogar auf den vierten Platz. Ähnlich ist es bei unseren Produkten. Die Kelag ist mittlerweile bekannt für innovative Produktbündel sowohl im Strom- und Erdgasbereich als auch bei den Themen Elektro-Mobilität, SmartHome und Energieeffizienz. Damit haben wir in den letzten Jahren viele zufriedene Kunden in ganz Österreich gewonnen. Ein logischer Schritt war jetzt unser neuer integrierter Online-Shop – www.myshop.kelag.at

2) Was sind die Ziele mit eurem Online-Shop – wollt ihr damit die regionalen Kunden der Kelag weiter bedienen oder soll auch eine Expansion bzw. Positionierung als Spezialist für den Bereich Energie und dazugehörige Ausstattung in Österreich/Europa erfolgen?

Unsere Angebote richten sich an Kunden in ganz Österreich. Zusätzlich zu den unterschiedlichen Energieprodukten für Strom- und Erdgaskunden bieten wir Produkte in den Kategorien SmartHome und Elektro-Mobilität. Darüber hinaus setzen wir auf innovative und energieeffiziente Zusatzprodukte. Die gesamte Produktpalette wird jetzt sukzessive ausgebaut. Ich denke, wir sind dann ein sehr attraktiver Anbieter, der sowohl Energielieferverträge als auch interessante Zusatzprodukte rund um das Thema Energie in einem Shop anbietet.

3) Ihr seid ja Spezialisten im Energie-Bereich – welche Trends seht ihr derzeit anhand eurer Produkte, worin investieren die österreichischen Konsumenten?

Der Trend geht ganz klar in Richtung Energieeffizienz, Bequemlichkeit und Sicherheit. Mit unserem Shop wollen wir genau diese Bedürfnisse erfüllen. Unsere Kunden kennen uns als verlässlichen Enerergielieferanten und können ab sofort auch hochwertige Zusatzprodukte zu attraktiven Preisen in unserem Online-Shop kaufen.

4) Gerade Elektro-Mobilität nimmt auch in Europa Fahrt auf – ich kann auch bei euch Lade-Stationen für meinen Wagen kaufen; wenn ich mir aber nicht sicher bin, welche Ladestation passt bzw. wie ich diese bei mir in der Garage anbringen kann: Wie kann sich der Konsument bei euch informieren bzw. bietet ihr dann auch den „Montageservice“ mit aus einer Hand an?

Moderne E-Autos werden mit dem europaweit einheitlichen Typ2-Stecker aufgeladen. Entsprechende Ladekabel liegen den Fahrzeugen bei. Wir bieten in unserem Online-Shop Ladeboxen an, mit denen E-Fahrzeuge, zum Beispiel in der heimischen Garage, schnell und sicher aufgeladen werden können. Technische Details erhalten Kunden entweder direkt beim jeweiligen Autohändler oder bei unserer Servicehotline. In der Regel wird die Ladebox vom Hauselektriker des Kunden installiert. Bei Bedarf bieten wir auch ein Installationsservice an. Entsprechende Infos dazu bietet ebenfalls unsere Servicehotline.

5) Was sind eure Erwartungen mit dem Schritt in den Online-Handel – und wenn du einen Wunsch für die österreichische eCommerce-Branche hättest, welcher wäre das?

Für uns erfüllt der Online-Shop mehrere Aufgaben: Der Kelag myShop ist ein sehr gutes Instrument zur Kundenbindung. Derzeit läuft zum Beispiel gerade eine große LED-Aktion. Unsere Kunden profitieren dabei doppelt: durch kostenlose LED-Lampen und durch die damit verbundenen Energieeinsparungen. Ein weiteres Ziel ist der Vertrieb von Kombi-Produkten, also Energie und Effizienzprodukte. Und natürlich wollen wir mit attraktiven Preisen für Versandprodukte rund um das Thema Energie neue Kunden ansprechen und damit zusätzliche Deckungsbeiträge erzielen. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir vor allem vernünftige, gesetzliche Rahmenbedingungen wünschen 😉

Claus StachlMultiChannel wird als Ausdruck seit Jahren missbraucht & vermarktet – bis niemand mehr das Wort hören kann, dennoch aber die wenigsten Unternehmer wissen, was tatsächlich damit gemeint ist.

Aus diesem Grund haben wir heute Claus Stachl von foryouandyourcustomers zum Gespräch gebeten, um uns einige Insights zu diesem Thema zu geben.

# 1. Claus, der Bezeichnung Multichannel geht es ähnlich wie dem Ausdruck „Big Data“ – er geistert gefühlt seit 100 Jahren durch unsere Branche, auf jedem Event kann man ihn getrost ins Bullshit-Bingo Sheet eintragen, aber die wenigsten wissen tatsächlich, worum es dabei geht bzw. wie man Multichannel im täglichen Alltag implementieren kann. Wie siehst du das?

Die Herausforderung eines Unternehmens, über mehrere Kanäle hinweg konsistent zu kommunizieren, erfolgreich Produkte zu vertreiben und den Kunden mit entsprechendem Service zu begeistern, besteht schon lange. Umgekehrt beschäftigt den Handel – bzw. uns als Dienstleister – die explizite Fragestellung nach dem «Wie?» erst seit vergleichsweise kurzer Zeit.

Fakt ist: Auf der anderen Seite steht heute bereits ein Multichannel-Kunde. Völlig selbstverständlich und ohne es bewusst wahrzunehmen, hat dieser täglich unermesslich viele Berührungspunkte mit einer stetig und schnell wachsenden Vielfalt von Kanälen. Bei foryouandyourcustomers haben wir bis dato bereits 162 gezählt; Ein durchschnittliches Unternehmen bespielt davon sicher bis zu 80. Diese Schnittstellen dienen dem Kunden zum einen zur sofortigen Informationsbeschaffung, zum anderen ist der potenzielle Käufer darüber allgegenwärtig einem komplizierten Geflecht von Anbieter-Plattformen und Produkten ausgesetzt.

Die Konsequenzen liegen auf der Hand: Weniger Zeit für die Evaluation eines Angebots, ein permanenter Vergleich, Reizüberflutung – und das alles bei einer gleichzeitig gestiegenen Erwartungshaltung. Denn die Großen machen es vor: Die Suche muss so schnell sein wie bei Google, die Produktpräsentation so gut wie bei Apple, die Kaufabwicklung so einfach wie bei Amazon. Schließlich entscheidet man sich somit für jenen Händler, der diesen Erwartungen entspricht.

Die Lösung für erfolgreiches Multichannel kann deshalb nicht in einer isolierten, wenn auch exzellenten Leistung in einem Kanal liegen. Vielmehr werden jene Händler die Nase vorne haben, die bereits heute ihre Produkt-, Kunden- und Transaktionsdaten im Griff haben, diese über geeignete Werkzeuge und Prozesse zur Verfügung stellen und somit im Benutzerorientierten dem Kunden ein stetig neues und attraktives Einkaufserlebnis sowie einen tatsächlichen Mehrwert bieten können; In welchem Kanal auch immer. Dass es sich letzten Endes für den Kunden überraschend einfach anfühlt, ist ohne Zweifel eine große Herausforderung für alle, die sich heute mit Multichannel beschäftigen. Und das spürt man.

# 2. Österreich scheint ja im D-A-CH Ländervergleich beim Thema eCommerce das Schlusslicht zu sein – sind wir bei Multichannel Lösungen besser aufgestellt im Vergleich zu unseren Nachbarländern?

Zum Einen ist die Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Erhebungen zu Umsätzen und Wachstum bestimmter Handelsformen nur bedingt gegeben. E-Commerce, Online-Versandhandel, interaktiver Handel: Alleine die unterschiedliche Begrifflichkeit und Datenbasis machen es schwierig, immer vom Selben zu sprechen. Zum Anderen existiert auch eine gewisse Unschärfe hinsichtlich der Interpretation: physische versus digitale Güter, Waren versus Dienstleistungen und selbstverständlich auch die Betrachtung der jeweiligen Segmente wie Entertainment, Food oder Textil & Schuhe. Glaubt man jedoch einer vergleichenden Studie des Handelsverbandes, liegt der prozentuale Anteil des Online- und Versandhandels am Einzelhandel in Österreich (11%) sogar vor jenem in Deutschland (10%) und der Schweiz (6%)*.

Neben der Betrachtung von Umsatzanteilen ist es jedoch natürlich schon so, dass der wesentlich kleinere Markt in Österreich von den großen Handelsunternehmen aus dem Ausland und insbesondere jenen aus Deutschland „mediatisiert“ wird. Das gilt für E-Commerce im Speziellen genauso wie für Multichannel und den Handel im Generellen. Selbstverständlich aber gibt es auch hier zu Lande immer wieder innovative Vorstöße von kleineren Nischenanbietern (z.B. vertreiben die Gebrüder Stitch nicht nur Bio-Maßjeans im Internet und auf der Mahü, sondern vermitteln das Lebensgefühl 2.0 auch in ihrem Neo-Heurigen «Gschupfter Ferdl»). Des Weiteren faszinieren mich immer wieder die höchst spezialisierten Vertriebskonzepte von B2B-Händlern, welche dem «echtem» Multichannel oft viel näher sind, als so manche Ideen des stationären Handels (z.B. Click & Collect oder das Zurückgeben von Retouren in der Filiale).

Wie oben bereits erwähnt, ist das Thema «Multichannel» als Lösungsansatz gegen den Umsatzschwund noch sehr jung. Von dem her fällt es auf der einen Seite schwer, heute schon konkrete Aussagen über die Nachhaltigkeit der vielfältigen Bemühungen zu treffen: Mit welchen Ansätzen kommt der stationäre Handel aus der Krise? Welche «neuen» Geschäftsmodelle werden langfristig erfolgreich sein? Kaufen wir manche Warengruppen nur mehr online? Auf der anderen Seite ist es höchst spannend, die Entwicklung mit zu gestalten und mit zu leben. Multichannel ist Realität: In Österreich, in der Schweiz und in Deutschland.

# 3. Das Smartphone ist unser ständiger Begleiter – Menschen sind auch unter Tags untereinander in Kontakt, Informationsbeschaffung wird immer einfacher – somit geraten Ladengeschäfte unter Druck und oft wird das Smartphone von Filialisten verteufelt, da sofort nach günstigeren Preisen geschaut wird. Wie erlebt ihr diesen Trend? Wie kann man dieses Preis-Vergleichen mindern?

Das, was man früher nur zu Hause am PC machen konnte, ist heute dank dem Smartphone auch am Point of Sales möglich. Der sofortige Online-Preisvergleich gehört dabei sicher zu den häufigsten Nutzungsszenarien. Umgekehrt vermag das iPhone & Co. aber auch so manche Kaufentscheidung zu Gunsten des Ladens zu unterstützen: Schnell mal ein Foto von der gut sitzenden Jacke an die Freundin, welche die Anschaffung gut heißt; Oder den ein oder anderen Erfahrungsbericht in der Community seines Vertrauens abgreifen, der alle Zweifel auslöscht. Die grundlegenden Bedürfnisse nach einem guten Preis, der Bestätigung des sozialen Umfelds sowie unabhängiger Mehrinformation müssen im Endeffekt nun (auch) im Ladengeschäft und sofort befriedigt werden. Und das Mobiltelefon ist dafür eine geeignete Schnittstelle.

Zunächst versprach sich der stationäre Handel viel davon, mit gebrandeten Apps über das Nichtvorhandensein einer mobilen Strategie hinweg zu täuschen. Der gebotene Mehrwert lässt aber oft noch zu Wünschen übrig und demnach auch die Akzeptanz der Kunden. Ich denke, die eigentliche Herausforderung in der Verknüpfung von Kanälen – in diesem Fall POS und Mobile – besteht darin, den gegebenen Kontext und die damit einhergehenden Rahmenbedingungen und Chancen noch besser verstehen zu lernen. So können die Vorzüge des stationären Handels – nämlich die Sofortverfügbarkeit und die unmittelbare Haptik von physischen Waren – um die Vorteile digitaler Kanäle weiter angereichert werden: Attraktiv aufbereitete Produktinformation mit wahrem Mehrwert (z.B. Storytelling), ortsbasiertes Merchandising und Up-/Cross-Selling (z.B. mittels Beacons) oder das Einbinden kanalfremder Streams (z.B. Kundenbewertungen) sind nur einige Anknüpfungspunkte aus dem B2C. Auch scheint es vielversprechend, nicht nur die Kauf-Evaluation, sondern auch den Abschluss mit dem Smartphone zu unterstützen: Der Apple-Store macht es vor.

Exkurs: Auch im B2B ist Mobile bereits angekommen. So haben wir gute Erfahrungen damit gemacht, wenn es darum geht mittels QR-Code ab Lager zu bestellen, oder direkt auf der Baustelle noch schnell das notwendige Verbrauchsmaterial für den nächsten Tag zu beschaffen. Ganz zu schweigen von der Möglichkeit des verteilten und mobilen Bestellmanagements über einen konsolidierten Firmenwarenkorb.

Zu guter Letzt wird Mobile nicht für den Niedergang des stationären Handels verantwortlich zu sein. Viel eher sollte sich dieser vermehrt auf seine wahren Stärken berufen und durch ein Mehr an Service und persönlicher Ansprache punkten. Zudem könnten Konzepte, welche im E-Commerce schon längst etabliert wurden (z.B. Bundles und individuelles Merchandising), die ad hoc Vergleichbarkeit via Mobile erschweren. Gewinnen werden tendentiell jene Anbieter, die es verstehen, schnell stabile Strategien für Mobile und alle zukünftigen Herausforderungen (Stichwort Wearables & Co.) zu entwickeln. Ansonsten ist die Chance groß, dass zuviel Energie in die Vermeidung des Unvermeidbaren fließt. Der mobile Preisvergleich gehört dazu.

# 4. Grosse Konzerne tun sich meist sehr leicht, Multichannel durch das Erschlagen aller Beteiligten mit Budget voran zu bringen – ist es auch für kleine Familien-Unternehmen realistisch möglich, einen vernünftigen Multichannel Ansatz zu fahren, der den Konsumenten einen klaren Mehrwert bietet?

Ich würde es nicht gerade unterschreiben, dass es für große Konzerne leicht ist, mit dem Tempo und der Dynamik der aktuellen Veränderungen im Handel Schritt zu halten. Aber es stimmt schon: Budget ist sicher ein wichtiger Aspekt, insbesondere wenn es darum geht, Enterprise-fähige (E-)Commerce-Plattformen hinzustellen. Viel wichtiger empfinde ich jedoch, die Herausforderungen, die Multichannel und der digitalen Wandel mit sich bringen, proaktiv und jetzt anzunehmen. Viele – in der Tat wichtige – Entscheidungsprozesse dauern schlichtweg zu lange, um für die Zukunft zeitgerecht die Weichen zu stellen. Gerade hier haben kleinere, Eigentümer-geführte Unternehmen einen klaren Vorteil, da Impulse oftmals viel schneller in die Tat umgesetzt werden können.

Aber auch was das Investitionsvolumen angeht: Die Anforderungen kleinerer (Nischen-)Anbieter oder Hersteller entsprechen in der Regel nicht jenen der großen Händler von Drittwaren. Da müssen nicht immer mächtige PIM- und Commerce-Lösungen herhalten, um das Geschäftsmodell praktikabel abzubilden. So mögen etwa – mit etwas Kreativität in der Umsetzung – Open-Source-Systeme durchaus in der Lage sein, diverse «Multichannel»-Prozesse effektiv zu unterstützen: Für einen Shop von durchaus beachtlicher Größe haben wir heute z.B. WordPress im Einsatz. So kann man die Flexibilität im Frontend optimal für die Verknüpfung von Content und Commerce ausspielen. Auch werden die Produktdaten in WooCommerce um jene des in die Jahre gekommenen Führungssystems angereichert und z.B. auch für den Ettikettendruck und die Offertlegung verwendet. Es ist demnach sicher möglich (und sinnvoll) die Daten aus veralteten Systemen zunächst in einer zusätzlichen Software-Schicht zu konsolidieren und entsprechend zu ergänzen, um in der Produktpräsentation und Kommunikation in den bespielten Kanälen sofort an Geschwindigkeit zu gewinnen.

Fazit: Wir müssen uns als Dienstleister zunehmend auf überschaubare Budgets einstellen und entsprechende Ansätze erdenken, die eine kanalübergreifende Kommunikation und den Vertrieb von Produkten ermöglichen. Aber es liegt auch an den Entscheidern, sich auf neue Geschäftsmodelle und interne Prozesse  einzulassen, die zum Teil noch experimentellen Charakter haben. Ich für meinen Teil freue mich jedoch ein jedes Mal, insbesondere gemeinsam mit kleineren Unternehmen überraschend einfache Lösungen zu konzipieren, die dem Kunden im Benutzerorientierten ein spürbar attraktiveres Multichannel-Erlebnis bieten. Eine gewisse Investitionsbereitschaft muss jedoch gegeben sein, um sich sinnvoll bewegen zu können.

# 5. Wenn Du einen Wunsch für den österreichischen eCommerce Markt frei hättest, welcher wäre das?

Die digitale Revolution zwingt viele Unternehmen förmlich dazu, in E-Commerce zu investieren. Dabei ist es selbstverständlich wichtig, den Online-Vertrieb effizient und profitabel zu betreiben. So haben wir mit foryouandyourcustomers bisher vielen Unternehmen geholfen, mit etablierten Prozessen und Konzepten im E-Commerce erfolgreich zu sein. Nun aber wäre es mein Wunsch, uns dieses Wissen auch für die «echte Welt» zu Nutze zu machen und insbesondere das Einkaufserlebnis auch in den Offline-Kanälen – sprich im realen Shop – wieder attraktiver zu gestalten. Denn als Multichannel-Dienstleister sind wir überzeugt davon, dass genau jene Unternehmen in den nächsten Jahren neben Amazon & Co. bestehen werden, die heute schon wegweisende Ideen für On- und Offline erdenken und sich frühzeitig die notwendigen Strukturen für dessen Umsetzung schaffen.

# Über Claus Stachl

Claus Stachl ist beim Multichannel-Dienstleister foryouandyourcustomers Geschäftsführer des Standortes Feldkirch sowie User Experience Designer. Dabei begleitet er Kunden in Wien, Zürich und dem Rheintal bei der Ideenfindung als auch der Konzeption von bedeutsamen Schnittstellen zwischen On- und Offline. Das Verstehen von Mensch und Kontext sieht er dabei als die größte Herausforderung und den fundamentalen Baustein für nachhaltige Lösungsansätze. Neben design-methodischer Stärke vom Prototyping bis hin zum Look & Feel bringt er als studierter Informatiker auch die nötige technische Auffassungsgabe mit.

Die Wiener Linien berichten heute, dass Ihr Online Ticket-Shop im letzten Jahr von den Konsumenten sehr gut angenommen wurde – die Zahl der verkauften Fahrscheine stieg von 284.000 verkauften Stück im Jahr 2012 auf mehr als 400.000 Fahrscheine im Jahr 2013 – eine Steigerung von 120.000 Tickets

Gerade auch die Möglichkeit, die Tickets via App gleich auf das Smartphone zu laden, wird von vielen Kunden gerne genutzt.

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Quelle: OTS