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Hat eCommerce eine Zukunft?

Die Handelswelt hat sich in den letzten Jahren substantiell verändert – Unternehmen, welche heute ihren Kunden keine Möglichkeit geben, online […]

Zukunft im eCommerce

Die Handelswelt hat sich in den letzten Jahren substantiell verändert – Unternehmen, welche heute ihren Kunden keine Möglichkeit geben, online Waren und Dienstleistungen zu kaufen, verschwinden vom Markt – daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Zahlen aus der eCommerce Branche jedem Investor und Wirtschaftsanalysten die Tränen in die Augen schießen lassen – vor Freude.

Jahr für Jahr wurden zweistellige Wachstumsraten in ganz Europa erzielt, und dank billigen Investoren-Geldern wurden Konzerne aufgebaut, welche Milliardenumsätze Jahr für Jahr verbuchen können, siehe Rocket Internet.

Aber wie geht’s weiter – was bringt uns die Zukunft im eCommerce?

Nüchtern betrachtet ist der Peak im Bereich B2C eCommerce Ende 2016 erreicht – die wenigsten PurePlayer können wirklich substantiell Geld mit dem Online Business verdienen – die Technologie der Shop-, Warenwirtschafts- & PIM Systeme entwickelt sich jedes Jahr immer schneller weiter, und heutige Standard-Shopsysteme wie Magento 2 oder Shopware 5 bieten out-of-the-box Features an, für die man vor 5 Jahren sechsstellige Summen an Agenturen hat bezahlen müssen.

Damit sinkt natürlich die Einstiegshürde in den Online Handel – die Folge daraus ist, dass mehr und mehr Händler versuchen durchzustarten … was bleibt, ist ein Preiskampf, der immer mehr auch in anderen Branchen Einzug hält.

Dass es in der Consumer Electronics Branche inzwischen normal ist, mit Preis-spannen von 3-5% zu kalkulieren, erstaunt niemanden mehr – doch dieser Wahnsinn stößt von Woche zu Woche in weitere Bereiche vor. Im Gegenzug verteuern sich die Ausgaben für SEO & SEA kontinuierlich, da jeweils die Top 10 der Sparte auf ähnliche bzw. gleiche Keywords setzen und somit die Marketing-Preise treiben.

Natürlich verändert sich auch das Shopping-Erlebnis der Konsumenten – der Wechsel hin zu Mobile Shopping hat sich bereits weitestgehend durchgesetzt, bis auf wenige Branchen ist der Mobile Shopping Anteil im Weihnachtsgeschäft 2015 schon über die 50% Hürde gesprungen.

2016 wird im B2C Bereich wegweisend

shutterstock_157217147Somit beginnt am Markt die Bereinigung – immer öfters hört man davon, dass Online Händler ihre Pforten schließen müssen, aber auch bei den Dienstleistern sind Unternehmensfusionen inzwischen an der Tagesordnung, innovative Unternehmen werden von den Großen geschluckt, um entweder fehlendes Know How über unsere Branche einzukaufen, oder Konkurrenz einfach vom Markt zu nehmen.

Es werden langfristig jene Unternehmen überleben, welche den größten Kapitalpolster im Hintergrund haben, um eben nicht Opfer von Übernahmen zu werden und auch den Kampf um die besten Köpfe der Branche gewinnen zu können.

Negativer Ausblick?

Genau diese Entwicklung war dringend notwendig – es war nicht mehr möglich, alle Teilbereiche unserer Branche am Leben zu erhalten, denn durch sinkende Deckungsbeiträge sind Händler gezwungen, ihre Prozesse bestmöglich zu automatisieren und somit eine schlanke Kostenstruktur zu erhalten.

Den größten Vorteil hieraus ziehen Hersteller, die bis dato über ihr Retailer-Netzwerk gewachsen sind und nun im Zwiespalt stehen: Entweder mit den altbewährten Partnern langsam dem Untergang entgegen gehen, oder auf den Direktvertrieb setzen und somit den Untergang der Beziehung zu den Retailern in Kauf zu nehmen.

Und genau diese „Learnings“ sind es, die uns nun im neuen, aufstrebenden Bereich des eCommerce – dem B2B Bereich zu Gute kommen werden.

B2B – Digitalisierung der kompletten Geschäftsprozesse

Egal ob man nun diesen Bereich „B2B eCommerce“ oder „Digitalisierung 4.0“ nennt, das Ziel ist das Selbe: Automatisierung der internen und externen Geschäftsprozesse, um so weit wie möglich manuelle Eingriffe zu vermeiden. Durch die Digitalisierung sowie Vernetzung vieler Prozesse / Maschinen sowie der Kunden und Lieferanten wird es Unternehmen in Zukunft möglich sein, wesentlich effizienter zu arbeiten, gleichzeitig aber auf Sonder-Wünsche von Kunden oder schnell wechselnde Markt-Trends Rücksicht zu nehmen und somit das Überleben der Unternehmen langfristig zu sichern.

eCommerce – quo vadis? 

Mein Fazit: Wie schon in vielen Wirtschaftsbereichen haben wir in den letzten Jahren die Hochkultur in unserer Branche erlebt; es war eine unfassbar spannende Zeit, in der Ideen einfach umgesetzt werden konnten; viele StartUps zu Unicorns wurden und damit ihre Investoren unfassbar reich gemacht haben.

2016 wird das letzte Jahr dieser Entwicklung im eCommerce Umfeld meiner Meinung nach sein! Denn schön langsam setzen sich die Gesetze des Marktes durch und die ersten Investoren werden in diesem Jahr erkennen, dass Umsatz und Deckungsbeitrag zwei vollkommen unterschiedliche Kennzahlen sind und langfristig nur ein positiver Deckungsbeitrag das Überleben auch im eCommerce sichern kann. Es werden jedoch nicht die innovativsten Unternehmen überleben, sondern diejenigen deren Kapitaldeckung hoch genug ist, um feindliche Übernahmen abzuwehren und auch zukünftig die hellsten Köpfe der Branche bezahlen zu können.

Ich bin auf die Zukunft gespannt – denn ab diesem Jahr wird sich unsere Branche komplett neu erfinden müssen! (sg)

Die digitale Zukunft ist jetzt…

Digital Business ist die digitale Zukunft – und es ist keine Kür mehr, sondern Pflichtprogramm – vergleichbar mit der Einführung der […]

es ist jetzt an der Zeit, in die digitale Zukunft des Unternehmens zu investieren

Digital Business ist die digitale Zukunft – und es ist keine Kür mehr, sondern Pflichtprogramm – vergleichbar mit der Einführung der ersten Dampfmaschinen. Es gibt keine Diskussionen mehr ob man eine Digitale Strategie braucht oder nicht – sondern nur mehr, wie sehr man es sich  noch leisten kann, darauf zu verzichten.

Was ist Schuld daran, dass in vielen Unternehmen Innovationen nicht gefördert werden, ja sogar in der Führungsebene gerade in Konzernen von vielen Managern sogar gefürchtet werden?

Gerade in unserer Branche, dem eCommerce, ist es ein Muss, aktiv der Entwicklung am Markt zu folgen und so up-to-date zu bleiben – viele StartUp Unternehmen beweisen das bzw. sind gerade aus diesem Grund auch so erfolgreich.

Aber leider ist dieser Zustand, sich jeden Tag neu zu erfinden und an seinen Dienstleistungen, seinen Produkten sowie an seiner Qualität zu feilen, inzwischen zur Seltenheit geworden – in vielen Unternehmen, vor Allem in Konzernen gilt von Quartal zu Quartal nur mehr das Motto: „CYA – Cover Your Ass“

Alteingesessene Strukturen und Manager, die sich gegen neue Trends sträuben („Das haben wir immer so gemacht“) bzw. die nicht verstanden haben, dass ein Manager, auch wenn er kein Unternehmer ist, das Wohl des Unternehmens im Sinn haben sollte, für das er arbeitet – das sieht man tagtäglich, wenn man in der internationalen Konzernwelt arbeitet.

Gerade jetzt ist vor einigen Wochen auch die Debatte um CDO – Chief Digital Officers losgebrochen – und ich freue mich persönlich sehr über den Kommentar von Jürgen Weiss, dass dem CDO die Zukunft gehört – aber warum ist das so?

Die Rolle des CDOs ist komplett unnötig – eigentlich. Denn diejenigen Aufgaben, die ein Chief Digital Officer im Unternehmen zukünftig übernehmen wird, gehören zu den grundsätzlichen Aufgaben des Konzernführers, es geht darum eine moderne und an die heutigen Gegebenheiten angepasste Strategie für das Unternehmen zu erstellen.

Diese Strategien müssen jedoch im Idealfall direkt in die DNA eines Unternehmens eingewebt werden – wir alle haben in den letzten Jahren regelmässig erlebt, wie permanentes Changemanagement Unternehmen lähmen kann – wenn aber eine gesamtheitliche Strategie von jedem Mitarbeiter, jeder Führungskraft und jedem Manager verinnerlicht und gelebt wird, so kann es durchaus regelmässige Anpassungen geben, ohne dass Mitarbeiter verschreckt, verängstigt oder gar aus dem Unternehmen vertrieben werden.

Taten sprechen lauter als Worte - und man darf auch durchaus mit einem Projekt versagen

Doch anstelle dessen, dass sich die Managerteams zusammen tun, um eine klare Vision für das Unternehmen zu entwickeln, wird in Grabenkämpfen versucht, den anderen Führungspersonen Steine in den Weg zu legen, um sich selbst über das nächste Quartals- bzw. Jahresende zu retten.

Wir beobachten diese Situation bei vielen unserer Kunden – hochspannende Unternehmen werden so durch die interne Seuche „Machterhalt“ ausgeblutet, obwohl die Produkte sowie Mitarbeiter grosses Potential hätten, den Markt aufzurollen.

Das, was Unternehmer und Manager nicht nur, aber vor Allem im Bereich eCommerce brauchen, ist Mut zur Verantwortung – Mut dazu, neue Wege zu bestreiten und auch auf die eigenen Mitarbeiter zu vertrauen.