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Jürgen Grieshofer – Awarity

Im Umfeld der technischen IT-Sicherheit erkennt man, dass es für (fast) jede Lücke einen Patch gibt oder in angemessener Zeit […]

Sicherheit im Internet

Im Umfeld der technischen IT-Sicherheit erkennt man, dass es für (fast) jede Lücke einen Patch gibt oder in angemessener Zeit geben kann. Der Mensch hingegen erweist sich als sehr schwierig zu „patchen“, da man hier externe Reize verwenden muss, um eine Motivation zu schaffen.

Jürgen Grieshofer ist IT-Sicherheitsexperte, technischer Leiter, Unternehmer und liebt es, neue unkonventionelle Ansätze zu gehen. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Soziologie sowie Geologie und ist meistens auf den Bergen Österreichs anzutreffen. Sein Unternehmen, welches er mitgegründet hat, Awarity, nützt das spielerische Wesen, das in jedem Menschen vorhanden ist, um das Bewusstsein auf solche Lücken vorzubereiten und zu schärfen. Die trainierten Mitarbeiter bekommen zudem die Möglichkeit, potentielle Schwachstellen gleich am Smartphone zu melden.

Jürgen Grieshofer – Interview

Durch den Hype rund um die Themen eCommerce und Digitalisierung spielt Technologie im täglichen Leben von Konsumenten, aber auch Unternehmen eine immer wichtigere Rolle. Die Angst vor Datenklau und Einbruch sollte in allen Köpfen sein, ist es aber scheinbar nicht. Warum ist das so?

Datenklau und Einbruch sind auch nur ein Teilaspekt von Informationssicherheit. Dazu gehören beispielsweise auch Backups. Es ist eine schmerzliche Erfahrung, alle seine Familienfotos zu verlieren, weil die Festplatte den Geist aufgegeben hat.

Derjenige, dem das schon mal passiert ist, wird daraus lernen. Diejenigen, die keinen solchen Fall hatten, sehen sich von potentiellem Datenklau nicht bedroht.

Datenklau im eCommerce – Cybersecurity

Wenn Online Händler ein Lastenheft für einen neuen Shop erstellen (lassen), wird das Thema Sicherheit als gegeben angesehen und hingenommen. Wie sicher sind die durchschnittlichen Standardsysteme? Mit welcher Zeitspanne kann man bei einem Hack rechnen?

Die gängigen eCommerce-Systeme sind auf einem sehr hohen Sicherheitsstandard, der allerdings nur durch Aktualität bzw. Updates gewährleistet werden kann. Eine Zeitspanne anzugeben, bis man gehackt wird, ist faktisch nicht möglich. Das kann Tage, Monate oder gar Jahre dauern. Manchmal auch nur Stunden. Fakt ist aber, dass es passiert.

Meine Empfehlung ist es, einen Hoster zu verwenden der sich auf Onlineshops spezialisiert hat und das nötige Know-How und technische Mittel mitbringt, Sicherheitslücken zeitnah, ggf. auch ohne Patch des Herstellers, zu unterbinden.

Hacker im eCommerce

Was sind die größten Sicherheitsrisiken in einem Shop? DDoS-Attacken wie man sie aus den Medien kennt oder doch die Gefahr, dass Kundendaten geklaut oder Bestellungen manipuliert werden?

DDoS-Attacken können eine starke Beeinträchtigung für den Shop sein, auch wenn sie einzeln betrachtet kein Sicherheitsrisiko darstellen. Die Wirkung ist eher wie eine Demonstration/Blockade vor einem Geschäft, aus dem man weder raus noch rein kommt. DDoS-Attacken werden meist zum Zweck der Erpressung oder Verschleierung anderer Angriffe verwendet.

Aus unternehmerischer Sicht sind DDoS sowie Datendiebstahl schlecht für den Umsatz. Manipulation oder Diebstahl von Kunden- oder Bestelldaten hingegen wirken sich häufig auf die Reputation und das Vertrauen gegenüber dem Shop aus. Verbreitet der Shop nach einem Hackingangriff auch noch Schadsoftware, ist zudem das Suchmaschinen-Ranking betroffen.

Sicherheit im Internet

Sicherheit im Netz ist ein sehr komplexes Thema. Es gibt kein Allheilmittel dagegen. Aber es gibt sehr wohl Grundlagen, die man beachten muss. Welche sind das – besonders für Unternehmen?

Wenn das Thema zu komplex ist, um es zu behandeln, sollte man es in Teilgebiete zerlegen, die erfassbar sind. Probleme, denen man jedoch immer wieder begegnet, sind

  • fehlende Updates oder
  • mangelhafte Passwortkultur (ein und dasselbe Passwort – häufig ein unsicheres wie „Commerce1“ – wird privat und beruflich benutzt)

Grundlegende Sicherheitsmaßnahmen sollten immer ergriffen werden und zumindest Themen, wie beispielsweise eine Firewall, W-LAN-Verschlüsselung, Passwortsicherheit für PC und Smartphone, abgesicherte Services im Internet, E-Mail-Sicherheit und Backups beinhalten.

Sicherheitsmaßnahmen im Online Shop

Wer sind eigentlich „diejenigen“, vor denen man sich schützen muss? Sind das die Profi-Hacker (vor denen man sich als kleines Unternehmen wahrscheinlich nicht zu schützen weiß) oder müssen sich Unternehmen auch vor den Script-Kiddies schützen?

Eine generische Aussage darüber ist schwierig. Es ist immer eine Risiko- und natürlich Kostenanalyse, welche Schutzmaßnahme man im Endeffekt ergreift.

Jeder im Internet befindliche Server wird von Scripts automatisch angegriffen. Diese Massenhacks erwischen meist die Betreiber, die ihre Server nicht oder nicht schnell genug patchen. Script-Kiddies, die hinter solchen automatischen Angriffen stehen, probieren dann in weiterer Folge blind Hacking-Tools aus und richten unter Umständen größeren Schaden an als ein Profi-/Auftragshacker.

Schutz vor Hacker im Onlineshop

Abgesehen von IT-Systemen – Auf welche Hacks fallen österreichische Unternehmen rein?

Sehr aktuell ist das Thema (Spear-)Phishing, bekannt geworden in den letzten Monaten durch einen Flugzeugteilehersteller (siehe Fake President Attacke).

Das Problem an sogenannten Social-Engineering-Attacken ist die Erkennbarkeit – meist erst, wenn es schon zu spät ist. Diesen versuchen wir mit einem unserer Produkte entgegenzuwirken, indem wir den Benutzern Angriffsvektoren aufzeigen und diese als Sensornetzwerk ausbilden.

Cyber-Hacking im Online Handel in Österreich

Wenn du einen Wunsch an die österreichische eCommerce- und Digital Branche hättest, welcher wäre das?

Ich würde gerne die erste Frage aufgreifen und mir einen offeneren Umgang mit Datenleaks und Einbruchsversuchen wünschen, weil dadurch das kollektive Bewusstsein dafür geschaffen bzw. gestärkt wird. Diese Angriffe sind real und könnten in Zukunft einen unlieblichen Beigeschmack zur fortschreitenden Digitalisierung liefern, besonders wenn es um persönliche Daten oder gar Leib und Leben geht.

Hat eCommerce eine Zukunft?

Die Handelswelt hat sich in den letzten Jahren substantiell verändert – Unternehmen, welche heute ihren Kunden keine Möglichkeit geben, online […]

Zukunft im eCommerce

Die Handelswelt hat sich in den letzten Jahren substantiell verändert – Unternehmen, welche heute ihren Kunden keine Möglichkeit geben, online Waren und Dienstleistungen zu kaufen, verschwinden vom Markt – daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Zahlen aus der eCommerce Branche jedem Investor und Wirtschaftsanalysten die Tränen in die Augen schießen lassen – vor Freude.

Jahr für Jahr wurden zweistellige Wachstumsraten in ganz Europa erzielt, und dank billigen Investoren-Geldern wurden Konzerne aufgebaut, welche Milliardenumsätze Jahr für Jahr verbuchen können, siehe Rocket Internet.

Aber wie geht’s weiter – was bringt uns die Zukunft im eCommerce?

Nüchtern betrachtet ist der Peak im Bereich B2C eCommerce Ende 2016 erreicht – die wenigsten PurePlayer können wirklich substantiell Geld mit dem Online Business verdienen – die Technologie der Shop-, Warenwirtschafts- & PIM Systeme entwickelt sich jedes Jahr immer schneller weiter, und heutige Standard-Shopsysteme wie Magento 2 oder Shopware 5 bieten out-of-the-box Features an, für die man vor 5 Jahren sechsstellige Summen an Agenturen hat bezahlen müssen.

Damit sinkt natürlich die Einstiegshürde in den Online Handel – die Folge daraus ist, dass mehr und mehr Händler versuchen durchzustarten … was bleibt, ist ein Preiskampf, der immer mehr auch in anderen Branchen Einzug hält.

Dass es in der Consumer Electronics Branche inzwischen normal ist, mit Preis-spannen von 3-5% zu kalkulieren, erstaunt niemanden mehr – doch dieser Wahnsinn stößt von Woche zu Woche in weitere Bereiche vor. Im Gegenzug verteuern sich die Ausgaben für SEO & SEA kontinuierlich, da jeweils die Top 10 der Sparte auf ähnliche bzw. gleiche Keywords setzen und somit die Marketing-Preise treiben.

Natürlich verändert sich auch das Shopping-Erlebnis der Konsumenten – der Wechsel hin zu Mobile Shopping hat sich bereits weitestgehend durchgesetzt, bis auf wenige Branchen ist der Mobile Shopping Anteil im Weihnachtsgeschäft 2015 schon über die 50% Hürde gesprungen.

2016 wird im B2C Bereich wegweisend

shutterstock_157217147Somit beginnt am Markt die Bereinigung – immer öfters hört man davon, dass Online Händler ihre Pforten schließen müssen, aber auch bei den Dienstleistern sind Unternehmensfusionen inzwischen an der Tagesordnung, innovative Unternehmen werden von den Großen geschluckt, um entweder fehlendes Know How über unsere Branche einzukaufen, oder Konkurrenz einfach vom Markt zu nehmen.

Es werden langfristig jene Unternehmen überleben, welche den größten Kapitalpolster im Hintergrund haben, um eben nicht Opfer von Übernahmen zu werden und auch den Kampf um die besten Köpfe der Branche gewinnen zu können.

Negativer Ausblick?

Genau diese Entwicklung war dringend notwendig – es war nicht mehr möglich, alle Teilbereiche unserer Branche am Leben zu erhalten, denn durch sinkende Deckungsbeiträge sind Händler gezwungen, ihre Prozesse bestmöglich zu automatisieren und somit eine schlanke Kostenstruktur zu erhalten.

Den größten Vorteil hieraus ziehen Hersteller, die bis dato über ihr Retailer-Netzwerk gewachsen sind und nun im Zwiespalt stehen: Entweder mit den altbewährten Partnern langsam dem Untergang entgegen gehen, oder auf den Direktvertrieb setzen und somit den Untergang der Beziehung zu den Retailern in Kauf zu nehmen.

Und genau diese „Learnings“ sind es, die uns nun im neuen, aufstrebenden Bereich des eCommerce – dem B2B Bereich zu Gute kommen werden.

B2B – Digitalisierung der kompletten Geschäftsprozesse

Egal ob man nun diesen Bereich „B2B eCommerce“ oder „Digitalisierung 4.0“ nennt, das Ziel ist das Selbe: Automatisierung der internen und externen Geschäftsprozesse, um so weit wie möglich manuelle Eingriffe zu vermeiden. Durch die Digitalisierung sowie Vernetzung vieler Prozesse / Maschinen sowie der Kunden und Lieferanten wird es Unternehmen in Zukunft möglich sein, wesentlich effizienter zu arbeiten, gleichzeitig aber auf Sonder-Wünsche von Kunden oder schnell wechselnde Markt-Trends Rücksicht zu nehmen und somit das Überleben der Unternehmen langfristig zu sichern.

eCommerce – quo vadis? 

Mein Fazit: Wie schon in vielen Wirtschaftsbereichen haben wir in den letzten Jahren die Hochkultur in unserer Branche erlebt; es war eine unfassbar spannende Zeit, in der Ideen einfach umgesetzt werden konnten; viele StartUps zu Unicorns wurden und damit ihre Investoren unfassbar reich gemacht haben.

2016 wird das letzte Jahr dieser Entwicklung im eCommerce Umfeld meiner Meinung nach sein! Denn schön langsam setzen sich die Gesetze des Marktes durch und die ersten Investoren werden in diesem Jahr erkennen, dass Umsatz und Deckungsbeitrag zwei vollkommen unterschiedliche Kennzahlen sind und langfristig nur ein positiver Deckungsbeitrag das Überleben auch im eCommerce sichern kann. Es werden jedoch nicht die innovativsten Unternehmen überleben, sondern diejenigen deren Kapitaldeckung hoch genug ist, um feindliche Übernahmen abzuwehren und auch zukünftig die hellsten Köpfe der Branche bezahlen zu können.

Ich bin auf die Zukunft gespannt – denn ab diesem Jahr wird sich unsere Branche komplett neu erfinden müssen! (sg)