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EZB Euro Abstimmung: Neue Euro-Banknoten stehen vor ihrer größten Veränderung

Die aktuelle EZB Euro Abstimmung eröffnet Bürgerinnen und Bürgern erstmals die Möglichkeit, Einfluss auf das künftige Erscheinungsbild der gemeinsamen Währung zu nehmen. Seit dem 23. Juli 2026 läuft eine europaweite Online-Abstimmung, bei der zehn finale Gestaltungsvorschläge für die nächste Generation der Euro-Banknoten vorgestellt wurden. Damit verbindet die Europäische Zentralbank die öffentliche Umfrage mit einem der bedeutendsten Projekte rund um das Bargeld, seit der Euro eingeführt wurde.

Die Entscheidung reicht weit über die Auswahl neuer Motive hinaus. Neben einer modernen Gestaltung stehen verbesserte Sicherheitsmerkmale, eine bessere Erkennbarkeit für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen und ein höherer Schutz vor Fälschern im Mittelpunkt. Gleichzeitig soll die neue Banknotenserie die Identifikation der Menschen in Europa mit ihrer gemeinsamen Währung stärken.

Wer den Hintergrund dieser Abstimmung kennt, versteht auch, weshalb die Auswahl der Motive europaweit so intensiv diskutiert wird. Der Artikel zeigt, wie die Abstimmung funktioniert, welche Entwürfe zur Wahl stehen, welche Entscheidungen noch ausstehen und wann die neuen Scheine voraussichtlich im Umlauf erscheinen.

Weshalb gestaltet die EZB die Euro-Banknoten neu?

Weshalb gestaltet die EZB die Euro-Banknoten neu?

Mehr als zwanzig Jahre nach der Einführung des Euro beginnt die Europäische Zentralbank mit der ersten vollständigen Neugestaltung der Euro-Banknoten. Die bisherige Euro-Banknotenserie stammt aus dem Jahr 2002 und zeigt bewusst fiktive Fenster, Tore und Brücken. Damals sollte verhindert werden, dass sich einzelne Staaten durch reale Bauwerke bevorzugt oder benachteiligt fühlen.

Heute verfolgt die EZB einen anderen Ansatz. Die neuen Motive sollen Europa greifbarer machen und gleichzeitig modernste Sicherheitsstandards erfüllen. Trotz der optischen Veränderungen bleiben Farben und Abmessungen der einzelnen Banknote unverändert. Der Fünf-Euro-Schein bleibt grau, der Zehn-Euro-Schein rot, der Zwanzig-Euro-Schein blau, der Fünfzig-Euro-Schein orange, der Hundert-Euro-Schein grün und der Zweihundert-Euro-Schein gelb. Dadurch können Geldautomaten und Sortiermaschinen weiterhin ohne umfangreiche technische Anpassungen genutzt werden.

Welche Motive stehen bei der Umfrage zur Auswahl?

Nach einem internationalen Design-Wettbewerb wurden zehn Gestaltungsentwürfe ausgewählt. Grafikdesignerinnen und -designer aus ganz Europa entwickelten insgesamt zahlreiche Serien, aus denen schließlich zwei mögliche Themen für die Endrunde hervorgingen.

Zur Auswahl stehen die beiden Themen:

  • „Europäische Kultur“
  • „Flüsse und Vögel“

Die Variante „Europäische Kultur“ zeigt historische Persönlichkeiten und kulturelle Einrichtungen. Zu den Motiven gehören unter anderem die Wissenschaftlerin Marie Curie, die Sängerin Maria Callas sowie Ludwig van Beethoven. Auf der Rückseite werden verschiedene Alltagsszenarien zeigen, wie Menschen in Europa gemeinsam Kultur erleben und nutzen.

Die Serie „Flüsse und Vögel“ setzt dagegen auf europäische Naturlandschaften. Zu sehen sind unter anderem Eisvogel, Weißstorch, Säbelschnäbler, Basstölpel sowie ein Schwarm von Bienenfressern. Auf der Rückseite erscheinen europäische Institutionen, etwa das EU-Parlament, der Europäische Gerichtshof oder weitere Einrichtungen der Europäischen Union entlang eines Fluss-Motivs.

Europäische Kultur oder Natur?

Die Auswahl zeigt einen deutlichen Richtungswechsel. Während die bisherigen Scheine vollständig auf abstrakte Architektur setzten, würden künftig erstmals reale Persönlichkeiten auf den Geldscheinen erscheinen. Genau dieser Schritt wird kontrovers diskutiert.

Auch Robert Kalina, der Designer der bisherigen Banknotenserie, äußerte Kritik am Naturkonzept. Nach seiner Einschätzung gehörten Vögel eher auf Briefmarken als auf die wichtigste Währung Europas. Andere Stimmen begrüßen hingegen den stärkeren Bezug zur Natur und sehen darin eine zeitlose Gestaltung.

EZB Euro Abstimmung: Wer mitmachen kann und wie entschieden wird

EZB Euro Abstimmung: Wer mitmachen kann und wie entschieden wird

Die öffentliche Umfrage im Rahmen der EZB Euro Abstimmung läuft seit dem 23. Juli 2026 und endet am 21. September 2026. Während dieses Zeitraums können Europäerinnen und Europäer online abstimmen und ihren bevorzugten Gestaltungsvorschlag auswählen. Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger soll die Akzeptanz der neuen Euro-Banknoten stärken, ersetzt jedoch nicht die formelle Entscheidung der Europäischen Zentralbank.

Schritt Was passiert?
23. Juli 2026 Die EZB startet die europaweite Online-Umfrage und stellt zehn Finalentwürfe vor.
Bis 21. September 2026 Bürgerinnen und Bürger können online abstimmen und ihren Favoriten auswählen.
Auswertung Die Ergebnisse der Umfrage fließen in den weiteren Entscheidungsprozess ein.
Ende 2026 Der EZB-Rat trifft die endgültige Entscheidung über das ausgewählte Design.
Ab 2028/2029 Die neuen Euro-Banknoten sollen schrittweise in den Umlauf kommen.

Der EZB-Rat setzt sich aus dem Direktorium der Europäischen Zentralbank sowie den Präsidenten der nationalen Zentralbanken des Euroraums zusammen. Seit dem 1. Januar 2026 gehört Bulgarien als 21. Mitglied zur Eurozone. Dadurch nimmt auch der Präsident der Bulgarischen Nationalbank, Dimitar Radev, an den Entscheidungen des EZB-Rats teil.

Wie geht es nach der Online-Abstimmung weiter?

Nach Abschluss der Online-Umfrage im September 2026 wertet die EZB die Ergebnisse aus. Anschließend entscheidet der EZB-Rat Ende 2026 über das ausgewählte Design und damit über die Banknoten der neuen Serie.

Erst danach beginnt die technische Umsetzung. Produktion, umfangreiche Tests und die Vorbereitung der nationalen Zentralbanken nehmen mehrere Jahre in Anspruch. Nach dem derzeitigen Zeitplan sollen die neuen Euro-Banknoten ab 2028 beziehungsweise 2029 schrittweise in den Umlauf gebracht werden.

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